Was für ein Wahnsinnskampf um die Königsklasse! Der VfB Stuttgart hat in der Nachspielzeit in Unterzahl durch Pokalheld Tiago Tomas noch ein 3:3-Unentschieden bei der TSG Hoffenheim erzwungen. Der Höhepunkt in einem irren Spiel mit sechs Toren, einer Roten Karte für VfB-Kapitän Atakan Karazor und zweimal Aluminiumtreffern durch Hoffenheims Lemperle und Hajdari.
Spielverlauf und Wendepunkte
Unglaublich! Mit einem Sieg hätten die starken Hoffenheimer den VfB in der Tabelle überflügeln können. Doch nun liegen beide Teams punktgleich weiterhin vier Tore hinter dem VfB. Torschütze Tomas hatte die Stuttgarter bereits in letzter Sekunde ins DFB-Pokalfinale geschossen. Diesmal traf er als Joker erst mit seiner zweiten Chance, nachdem er zuvor kläglich vergeben hatte.
Torhüter Alexander Nübel sagte bei Sky: „Wir haben kein gutes Spiel gemacht. Aber wir fighten und geben alles. Das war dann brutal stark. Wenn wir die beiden letzten Spiele gewinnen, sind wir in der Champions League!“ Die Gegner heißen Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt.
Frust herrscht dagegen in Hoffenheim, die einen fast sicheren Sieg verschenkten. Torhüter und Kapitän Oliver Baumann meinte: „Irgendwie ist der klassische Fall eingetreten, wenn du ein Mann mehr bist, kann jeder vielleicht etwas weniger machen. Es ist auch ein Lernprozess, durch den wir gehen müssen.“
Hoffenheims starke Phase
Die TSG Hoffenheim hatte das Spiel lange im Griff. Doppelpacker Andrej Kramaric, dessen Vertragsverlängerung bis 2028 vor dem Spiel im Stadion verkündet wurde, traf doppelt. Nach 418 Sekunden erzielte er das schnellste Hoffenheimer Saisontor und legte vier Minuten nach der Pause nach. Nach dem Spiel brach der ganze Frust aus ihm heraus. Kramaric erklärte bei Sky: „Das war sehr unreif, sehr unerfahren. Wir hätten noch drei, vier Tore schießen können. Wenn du jung bist, willst du manchmal zu viel. Das war heute ein Punch ins Herz.“ Neben Kramaric traf auch Touré in der 24. Minute für die TSG.
Stuttgarts Schwächen und Stärken
Der VfB Stuttgart taumelte in seinem 2000. Bundesligaspiel lange Zeit Richtung Pleite. Trainer Sebastian Hoeneß, der von August 2020 bis Juni 2022 selbst Hoffenheim-Coach war, verzockte sich nach dem 1:1-Ausrutscher gegen Werder Bremen. Hoeneß brachte fünf Neue, bis auf Jaquez wurde die komplette Viererkette getauscht. Phasenweise schwamm die Abwehr, Nübel verhinderte eine höhere Niederlage. Auffällig: Die ersten beiden Gegentore fielen nach Standards, einer der Schwächen des VfB. Undav war diesmal ein Fast-Ausfall, einzig Führich war vorne gefährlich. Führich (20.) und Joker Demirovic (64.) trafen, ehe Tomas in der 90+5. Minute zum Helden wurde.
Stuttgarter Tiefpunkt: Kapitän Karazor kassierte für ein völlig unnötiges Foul die Rote Karte (69.), Gegenspieler Asllani musste minutenlang behandelt werden.



