Ein Park für die Ewigkeit: Garmisch-Partenkirchen ehrt Laura Dahlmeier
214 Tage nach ihrem tragischen Tod in den pakistanischen Bergen hat die Heimatgemeinde von Laura Dahlmeier einen würdigen Ort des Gedenkens geschaffen. Am Abend des 27. Februar 2026 wurde in Garmisch-Partenkirchen der Kurpark offiziell in "Laura-Dahlmeier-Park" umbenannt – eine emotionale Geste für die verstorbene Biathlon-Olympiasiegerin, die am 28. Juli 2025 am Laila Peak im Karakorum-Gebirge ums Leben kam.
Hunderte gedenken mit Kerzen im nächtlichen Schnee
Freunde, Familie, Mitglieder des Skiclubs Partenkirchen und der Bergwacht versammelten sich zur feierlichen Zeremonie. Hunderte weitere Menschen verfolgten die Veranstaltung und setzten mit Kerzen eine leuchtende Spur in den nächtlichen Schnee. Die zweifache Olympiasiegerin war beim Abstieg auf 5700 Meter Höhe von herabstürzenden Felsen getroffen worden und hatte tödliche Verletzungen erlitten. Eine Bergung ihres Leichnams war in der extremen Höhe nicht möglich – Dahlmeier blieb in ihren geliebten Bergen.
Ein Ort der Ruhe statt der Bühne
Bürgermeisterin Elisabeth Koch betonte bei der Einweihung: "Ein Stadion wäre naheliegend gewesen. Eine Sportstätte vielleicht." Doch sie fügte hinzu: "Sie hat die Weite gesucht und die Ruhe – sicher nicht die Bühne." So entstand die Idee, einen Park nach der Sportlerin zu benennen, der ihrer bescheidenen Art und ihrer Verbindung zur Natur gerecht wird.
Im neu benannten Park erinnern nun mehrere Elemente an Laura Dahlmeier:
- Ein großformatiges Foto der Sportlerin
- Gebetsfahnen im tibetischen Stil
- Eine an einem Felsen angebrachte Gedenktafel mit einer berührenden Inschrift
Die Plakette trägt die Worte: "Ein Kind betritt die Welt mit einem Traum. Mut und Hingabe lassen diesen Traum lebendig werden. Ein inneres Brennen wächst zur leuchtenden Sonne, dessen Strahlen die Welt inspirieren, wärmen und mit Herzlichkeit berühren. Und es gibt sie, jene Räume, tief in unserem Innersten, in den wir mit diesem lichtvollen Strahlen verbunden bleiben."
Familie empfindet "große Ehre"
Lauras Mutter Susi Dahlmeier, die gemeinsam mit Vater Andreas und Bruder Pirmin an der Gedenkfeier teilnahm, zeigte sich tief bewegt: "Ich empfinde es als große Ehre, dass die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen den Park nun praktisch der Laura widmet." Mit tränenerstickter Stimme fügte sie hinzu: "Das ist eine unheimlich schöne Geste."
Die Familie hatte zuvor bei Dreharbeiten für das ZDF vor der Umbenennung des Parks gesessen und ihre Gefühle geteilt. Nun können nicht nur sie, sondern alle Besucher im "Laura-Dahlmeier-Park" um die Ausnahmesportlerin trauern und ihrer außergewöhnlichen Karriere gedenken.
Die Umbenennung markiert einen wichtigen Schritt im Trauerprozess der Gemeinde und der deutschen Sportwelt. Während Laura Dahlmeiers physische Präsenz in den Bergen Pakistans verblieb, schuf ihre Heimat einen Ort, an dem ihr Geist und ihr Vermächtnis lebendig bleiben – in einem Park, der ihrer Liebe zur Natur und ihrer bescheidenen Art entspricht.



