Jutta Leerdam: Wie ein Unterwäsche-Trick Millionen bringt
Bei den Olympischen Spielen in Mailand hat Jutta Leerdam nicht nur sportlich überzeugt, sondern auch finanziell einen Volltreffer gelandet. Die niederländische Eisschnellläuferin gewann Gold über 1000 Meter und Silber über 500 Meter – und nutzte ihren Erfolg für einen cleveren Werbetrick, der ihr Millionen einbringt.
Der Nike-Trick: Sport-BH im Rennanzug
Während Olympia strenge Werbeverbote für Ausrüster-Logos vorschreibt, fand Leerdam eine kreative Lösung. Unter ihrem aerodynamischen Rennanzug trägt sie einen Sport-BH des amerikanischen Herstellers Nike, ihrem persönlichen Sponsor. Unmittelbar nach dem Zieleinlauf öffnet sie demonstrativ den Reißverschluss ihres Anzugs, um das Nike-Produkt ins rechte Licht zu rücken.
„Im Wettkampf bin ich noch züchtig angezogen. Danach zählt nur noch die Werbung“, so die 27-Jährige. Dieser einfache, aber effektive Trick sorgt für massive Aufmerksamkeit auf Social Media, wo Leerdam über 6,2 Millionen Follower bei Instagram hat.
Finanzielle Dimension: Tausende Euro pro Post
Experten schätzen, dass Leerdam mit ihrem Werbe-Engagement enorme Summen verdient. Frederique de Laat, Gründerin der Marketing-Agentur Branthlete, vermutet: „Ich denke, dass sie um die 850.000 Euro von Nike kassiert.“ Meindert Schut, Chefredakteur des Wirtschaftsmagazins „Quote“, geht sogar davon aus, dass Leerdam pro gesponsertem Instagram-Post etwa einen Cent pro Follower verdienen kann – das wären rund 62.000 Euro pro Beitrag.
Hinzu kommt ihre Beziehung zu Influencer und Boxer Jake Paul, der selbst 28,9 Millionen Follower hat. Posts, die auf beiden Accounts laufen, können die Reichweite und damit den Werbewert nochmals deutlich steigern.
Weitere Deals: Von Tränen zu Werbeverträgen
Leerdams Marketing-Geschick zeigt sich auch in spontanen Aktionen. Nach ihrem Goldlauf über 1000 Meter liefen ihr vor Freude die Tränen über das Gesicht – und die Schminke verwischte. Nur 30 Minuten später hatte sie einen neuen Werbedeal mit der niederländischen Warenhauskette Hema abgeschlossen, die sofort für ihren wasserresistenten Eyeliner warb: „Wasserresistent, auch bei Freudentränen.“
Medienkritik und Zukunftsperspektiven
Abseits der Werbeerfolge äußert sich Leerdam kritisch zum Umgang mit Medien. Vor den Spielen boykottierte sie die niederländische Presse, um sich voll auf den Wettkampf konzentrieren zu können. „Es ist nicht immer einfach, vor allem im Umgang mit den Medien. Sie wollen Geschichten, und wenn es keine gibt, erfinden sie welche“, sagt sie.
Ob sie ihre Karriere fortsetzt, ist noch offen. „Jetzt muss ich erstmal die Medaillen setzen lassen und im Sommer entscheide ich dann“, erklärt Leerdam. Mit Olympia-Gold hat sie nun auch den letzten fehlenden Titel ihrer Sammlung – nach sieben WM- und sechs EM-Titeln. Finanziell könnte sie sich den Rückzug vom Sport sicher leisten.
Ihr cleverer Werbetrick hat nicht nur Millionen eingebracht, sondern auch gezeigt, wie moderne Sportstars ihre Reichweite und Erfolge geschickt vermarkten können.



