Nächster Rückschlag für Bayer Leverkusen im Kampf um die Champions League
Müde, mutlos und mittelmäßig – so präsentierte sich Bayer Leverkusen beim 1:1 (0:0) gegen den abstiegsbedrohten FSV Mainz 05. Nur eine Woche nach der Niederlage in Berlin erlaubte sich die Werkself den nächsten Patzer im Rennen um die begehrten Champions-League-Plätze. Der ambitionierte Vizemeister verlor damit weiter an Boden gegenüber den direkten Konkurrenten.
Bayer enttäuscht auf der ganzen Linie
Den Leverkusenern fehlte beim Unentschieden gegen Mainz alles, was ein Topteam auszeichnet: Tempo, Überzeugungskraft und kreative Ideen. Nach den bereits dürftigen Auftritten bei Union Berlin (0:1) und gegen Olympiakos Piräus (0:0) blieb Bayer erneut vieles schuldig. Trainer Kasper Hjulmand hatte zwar vor der „sehr wichtigen Woche“ im Kampf um die Königsklasse gewarnt, doch seine Mannschaft startete völlig verhalten in den Bundesliga-Dreierpack.
Immerhin verhinderte Jarell Quansah in der 88. Minute durch sein spätes Tor die nächste Niederlage für Leverkusen. Zuvor hatte Sheraldo Becker in der 67. Minute die Mainzer in Führung gebracht – nach der ersten echten Offensivaktion der Gäste in der zweiten Halbzeit. Für die Mainzer von Trainer Urs Fischer bedeutete der Punktgewinn im engen Tabellenkeller einen wichtigen Achtungserfolg.
Personalsorgen und verpasste Chancen
Die Personalsorgen bei Bayer vergrößerten sich zudem kurz vor der Pause, als Arthur mit einer mutmaßlich schweren Knieverletzung ausgewechselt werden musste. Auch taktisch blieb Leverkusen die Antwort schuldig: Hjulmand, der die Mainzer in der Saison 2014/15 bereits erfolglos betreut hatte, brachte zwar mit Ibrahim Maza und Martin Terrier frischen Wind, doch das Offensivduo belebte das Spiel kaum.
Erst in der 63. Minute kam Patrik Schick aus kurzer Distanz zum ersten wirklich gefährlichen Bayer-Abschluss. Unmittelbar zuvor hatte Leverkusen noch einen Strafstoß gefordert, weil Schick im Strafraum gehalten worden war. Auch ein Handelfmeter blieb Bayer in der ersten Halbzeit verwehrt, da Alejandro Grimaldo bei der Entstehung im Abseits gestanden hatte.
Schwierige Ausgangslage für die kommenden Spiele
Viel Zeit zur Erholung war Bayer nach dem Achtelfinal-Einzug in der Champions League nicht geblieben. Hjulmand betonte zwar, es gebe „keine Entschuldigung“ für die schwache Leistung, doch in dieser Form dürfte die Werkself im Achtelfinale gegen den FC Arsenal kaum den Hauch einer Chance haben. Zunächst stehen jedoch die wegweisenden Bundesliga-Partien am Mittwoch beim Hamburger SV und am nächsten Samstag beim SC Freiburg an.
Die Mainzer hingegen zeigten sich taktisch diszipliniert: Sie verteidigten kompakt und tief, riskierten kaum etwas und warteten geduldig auf ihre Chancen. Ohne den kurzfristig ausgefallenen Nationalspieler Nadiem Amiri (Ferse) gelang ihnen dennoch ein taktisch kluges Remis. Für Leverkusen bedeutet das Unentschieden dagegen, dass die Konkurrenten RB Leipzig und VfB Stuttgart ihren Vorsprung am Sonntag vorerst ausbauen könnten.



