Luca Weinhandl: Das österreichische Mittelfeld-Juwel, das auch Deutschland begeistert
Mit gerade einmal 17 Jahren steht Luca Weinhandl vom SK Sturm Graz am Beginn einer vielversprechenden Karriere. Das Mittelfeldtalent, das bereits als U17-Vize-Weltmeister mit Österreich bis ins WM-Finale in Katar führte, gibt im exklusiven Interview Einblicke in seine internationale Entwicklung und bleibt dabei erstaunlich bodenständig.
Frühes Interesse aus der Bundesliga
Wenige Tage nach seinem 17. Geburtstag machen bereits erste Gerüchte die Runde: Nach Informationen soll der VfB Stuttgart den jungen Österreicher intensiv beobachten. Auch andere Bundesligisten haben den Mittelfeldspieler bereits auf ihrer Beobachtungsliste, obwohl Weinhandl noch kein einziges Bundesligaspiel absolviert hat. „Seit ich klein bin, wollte ich immer nur Fußball spielen“, erzählt Weinhandl. „Schon als Sechsjähriger war mein Traum, zu Sturm zu kommen.“
Im zentralen Mittelfeld prägte der Nachwuchsspieler bereits die österreichische U17-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft – technisch versiert, taktisch reif und mit einer erstaunlichen Abgeklärtheit für sein junges Alter.
Europa-League-Debüt mit 17 Jahren
Kurz nach der WM folgte der nächste Karriereschritt: sein Europacup-Debüt in der Europa League. „Ich war aufgeregt, aber sehr glücklich und extrem motiviert, als ich erfuhr, dass ich starten darf“, berichtet Weinhandl über diesen besonderen Moment. Das Spiel in Rotterdam beschreibt er als „eine großartige Erfahrung“, bei der besonders die Atmosphäre in dem großen Stadion beeindruckend gewesen sei.
Sturm-Regisseur Otar Kiteishvili zeigte sich nach dem Spiel begeistert: „Luca ist unglaublich. Mit 17 Jahren habe ich selbst noch nicht in der Liga gespielt – und er nun in der Europa League.“
Bodenständigkeit trotz wachsender Aufmerksamkeit
Doch der Alltag des jungen Talents ist weniger glamourös, als man vermuten könnte. Nach dem Training wartet oft noch der Schreibtisch, denn Weinhandl muss Schulstoff nachholen, den er durch Training und Spiele verpasst. „Die Schule unterstützt mich dabei perfekt“, betont der 17-Jährige.
Trotz des wachsenden Medieninteresses und der ersten Transfergerüchte bleibt Weinhandl gefestigt: „Es schmeichelt ein wenig, aber der Verein achtet darauf, dass ich nicht zu viel auf einmal machen muss. Mir ist wichtig, ehrlich und authentisch zu bleiben.“ Sein soziales Umfeld trägt dazu bei: „Meine Freunde und Familie würden nicht zulassen, dass ich mich verändere“, sagt er mit einem Lachen.
Lob von Trainer und klare Ziele
Trainer Fabio Ingolitsch lobt nicht nur das Talent seines Schützlings, sondern auch dessen Haltung: „Luca ist ein sehr talentierter Spieler aus dem eigenen Nachwuchs mit hoher Identifikation zum Klub. Wir möchten ihm eine Plattform geben, um seine Entwicklung Schritt für Schritt voranzutreiben und ihn in die Profimannschaft zu integrieren.“
Weinhandl selbst denkt langfristig und fokussiert: „Mein Fokus liegt auf Sturm Graz. Ich will mich jeden Tag verbessern und mich in der Kampfmannschaft festbeißen.“ Seine Rolle auf dem Feld beschreibt er flexibel: „Meist spiele ich als Sechser oder Achter, aber wenn der Trainer andere Ideen hat, spiele ich überall.“
Vorbilder und eigene Wege
Zu seinen Vorbildern zählt der Mittelfeldspieler zwei Größen des Fußballs: „Als Kind war Cristiano Ronaldo mein Idol. Später zog es mich zu Jude Bellingham – ich mag seinen Spielstil und er spielt dieselbe Position wie ich.“ Auch die Entwicklung anderer Talente verfolgt er aufmerksam und erwähnt insbesondere Lennart Karl, gegen den er in der EM-Qualifikation gespielt hat.
Vergleiche mit anderen Nachwuchsspielern motivieren Weinhandl, bestimmen aber nicht seinen Weg: „Ich will meinen eigenen Weg gehen. Natürlich motiviert es zu sehen, was andere erreichen – aber am Ende zählt die eigene Entwicklung.“ Für ihn steht im Fußball klar die Mannschaft im Vordergrund: „Individuelle Auszeichnungen sind schön, aber sie helfen dem Team nicht.“
Vom Nachwuchs-WM-Finale bis zum Europacup-Debüt – Luca Weinhandl zeigt in jungen Jahren bereits eindrucksvoll, welches Potenzial in ihm steckt. Und während der 17-Jährige bescheiden den Ball flach hält, dürfte die nächste große Schlagzeile über das österreichische Talent nur eine Frage der Zeit sein.



