Die Pollo-Bahn, eine beliebte Schmalspurbahn in der Prignitz, nimmt im Mai wieder ihren Betrieb auf. Eisenbahnfreunde können sich auf mehrere Fahrten freuen, darunter auch eine besondere Fotoveranstaltung mit verkleideten Statisten.
Fahrplan im Mai
An insgesamt sieben Tagen im Mai wird die historische Dampflok die Strecke befahren. Los geht es an Christi Himmelfahrt, dem 16. und 17. Mai sowie am 23., 24. und 25. Mai. Die Züge halten in Mesendorf, Brünkendorf und Lindenberg, wo Fahrgäste ohne Voranmeldung zusteigen können. Die Abfahrtszeiten sind online unter pollo.de abrufbar. Fahrkarten werden direkt beim Schaffner im Zug verkauft. Eine über 100 Jahre alte Lokomotive zieht die offenen Waggons durch die malerische Prignitzer Landschaft und lässt Erinnerungen an vergangene Zeiten aufleben.
Fototermin am 15. Mai
Ein besonderes Highlight ist der 15. Mai. An diesem Tag verkleiden sich Vereinsmitglieder im Stil der 1960er-Jahre und stellen historische Szenen für Fotos und Videoaufnahmen nach. Die Gastlokomotive 99 608 startet um 8.30 Uhr in Mesendorf. Im Laufe des Tages werden Verladeszenen mit historischen Straßenfahrzeugen nachgestellt. Auch eine Abendfahrt bei Sonnenuntergang ist geplant. Diese Fotofahrten finden jährlich am Freitag nach Himmelfahrt statt. Philipp Dreidax, Vorsitzender des Prignitzer Kleinbahnmuseum Lindenberg e.V., wird das Event als Tourleiter begleiten. „Viele Fotografen finden das sehr gut. Manche wollen aber lieber nur den Zug fotografieren. Da kommt auf jeden Fall jeder zu einem schönen Bild“, erklärt Dreidax. Tickets für die Fotoveranstaltung können online auf der Vereinswebsite pollo.de oder morgens vor der Fahrt erworben werden.
Vereinsarbeit und Finanzierung
Der Betrieb der Pollo-Bahn erfordert viel Engagement. „Um es mal heruntergebrochen zu sagen, kommen auf eine Stunde Fahrt ungefähr 200 Stunden Arbeit“, berichtet der Vorsitzende. Die Instandhaltung der Lok und der Strecke sei eine anspruchsvolle Aufgabe, ebenso wie die bürokratischen und logistischen Herausforderungen. „Das sind alles Dinge, die im Hintergrund laufen, von denen der Fahrgast erst mal nichts sieht“, erklärt Dreidax. Der Verein betreibt zudem das Lindenberger Kleinbahnmuseum, das an Fahrtagen geöffnet ist.
Mehr als 5000 Gäste nehmen jährlich an den historischen Zugfahrten teil und finanzieren damit die Vereinsarbeit. „Nach wie vor sind Fahrgeldeinnahmen unsere größte Einnahmequelle. Man muss aber auch sagen, dass es ohne Spenden nicht funktioniert“, meint der Vorsitzende. Das System funktioniere bislang sehr gut. Positiv stimmt Dreidax auch die Entwicklung der Mitgliederzahlen: „Seit einigen Jahren ist die Mitgliederzahl tendenziell steigend.“ Immer mehr Jüngere begeistern sich für die historischen Züge. Mittlerweile zählt der Verein rund 130 Mitglieder.



