Der frühere uruguayische Kapitän Diego Lugano hat nach dem enttäuschenden WM-Aus der Nationalmannschaft Trainer Marcelo Bielsa scharf kritisiert. „Bielsa hat die Atmosphäre vergiftet, er hat nie verstanden, wo er stand, und die Spieler haben Bielsa nie verstanden“, sagte der 45-Jährige als Experte des Senders „Telemundo“ laut der argentinischen Zeitung „La Nación“.
Lugano: Spieler gaben alles, Trainer führte nicht
Lugano legte nach: „Die Spieler haben alles gegeben, aber sie hatten keinen Trainer, der sie auf den richtigen Weg geführt hätte.“ Uruguay war bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada bereits nach der Gruppenphase ausgeschieden. Das Team um Kapitän Federico Valverde von Real Madrid gewann keines seiner drei Spiele und kam auf nur zwei Punkte. Im letzten Gruppenspiel unterlag Uruguay dem Europameister Spanien in Zapopan mit 0:1.
Bielsa: „Nichts erreicht“
Bielsa selbst zeigte sich nach dem Aus selbstkritisch. „Was ich Uruguays Fußball gegeben habe, ist nichts“, sagte der 70-jährige Argentinier. Er trainiert die Mannschaft seit Mai 2023. „Wenn sie mich fragen, wie man sich an mich erinnert, dann als jemand, der nichts erreicht hat.“ Berichten zufolge erhält Bielsa ein Jahresgehalt von vier Millionen Dollar.
Lugano betonte, Bielsa hätte nie bei einer WM sein dürfen. „Das ist ein Fehler, den Uruguay hoffentlich nie wieder begeht“, sagte er mit Blick auf die Verpflichtung des eigenwilligen Coaches. Bielsa hatte nach dem Spiel gegen Spanien mit einem Wutausbruch vor Kameras für Aufsehen gesorgt, weil er nach eigenen Angaben zu lange warten musste.
Lugano: Zweimaliger WM-Teilnehmer
Lugano selbst nahm an zwei Weltmeisterschaften mit Uruguay teil. 2010 führte er die „Celeste“ als Kapitän bis ins Halbfinale, das gegen die Niederlande verloren ging. Im Spiel um Platz drei unterlag Uruguay Deutschland mit 2:3. Zu seinen damaligen Teamkollegen gehörten Diego Forlán, Luis Suárez und Edinson Cavani.



