Magath sieht Neuer als ideale Lösung für DFB-Tor bei WM 2026
Die Rückkehr von Manuel Neuer ins Tor des DFB-Teams erscheint derzeit zwar unwahrscheinlich, doch Felix Magath hält diese Option für die beste Lösung für die deutsche Nationalmannschaft. In einem exklusiven Interview mit der Münchner Abendzeitung äußerte sich der aktuelle Sportvorstand von Viktoria Aschaffenburg ausführlich zur anhaltenden Torwart-Debatte.
„Ich will den anderen nicht zu nahe treten“
Magath betonte seine klare Position: „Da gibt es für mich keine Zweifel. Ich will den anderen Torhütern nicht zu nahe treten, aber Manuel Neuer ist außergewöhnlich.“ Der ehemalige Trainer erinnerte an seine gemeinsame Zeit mit Neuer bei Schalke 04, wo er dessen besondere Fähigkeiten aus erster Hand erlebte.
Der Sportvorstand beschrieb Neuers Qualitäten detailliert: „Er war dynamisch, schnell und sprungkräftig. Als ich Ausdauerläufe machen ließ, war er der Einzige, der vorne weggelaufen ist. Genauso außergewöhnlich ist sein Spielverständnis.“ Magath räumte zwar ein, dass auch Neuer gelegentlich Fehler mache, hob aber hervor: „Er ist immer im Bilde und findet sehr schnell die richtige Lösung. Da unterscheidet er sich von den anderen Kandidaten.“
Entscheidung liegt bei Neuer selbst
Obwohl eine Rückkehr des 39-jährigen Torwarts für das DFB-Team „sehr gut“ wäre, machte Magath deutlich: „Es kann am Ende nur er selbst entscheiden. Er muss schauen, in welchem Zustand er ist und ob er sich in der Lage fühlt, bei so einem großen Turnier anzutreten.“ Diese Frage stelle sich Neuer nicht nur für die Nationalmannschaft, sondern auch für seine Zukunft beim FC Bayern München, wo sein Vertrag am Saisonende ausläuft.
Magath zeigte sich optimistisch bezüglich Neuers Zukunft beim Rekordmeister: „Wenn er sich körperlich in der Lage fühlt, wird er noch ein Jahr machen.“ Für den FC Bayern und den jungen Torhüter Jonas Urbig, der den verletzten Neuer vertritt, wäre eine weitere gemeinsame Saison laut Magath sinnvoll: „So kann Urbig von ihm noch weiter lernen.“
Lennart Karl und der Zeitgeist
Neben der Neuer-Diskussion äußerte sich Magath auch zur möglichen WM-Nominierung des erst 17-jährigen Bayern-Stars Lennart Karl. Dass der Jugendspieler nach seiner ersten Profisaison bereits zur Weltmeisterschaft fahren könnte, überraschte den erfahrenen Trainer nicht: „Das ist der Zeitgeist. Wenn heute jemand in jungem Alter in der Bundesliga auftritt, wird er sofort gehypt.“
Magath warnte vor den Folgen dieses Drucks: „Damit wird auf alle Beteiligten Druck aufgebaut. Somit ist es nicht verwunderlich, dass auch ein Spieler wie Karl eine Formdelle bekommt.“ In solchen Situationen benötigten junge Talente laut Magath besondere Unterstützung: „Und in so einer Situation braucht der Spieler dann auch Hilfe vom Verein.“
Die Torwart-Frage bleibt damit weiterhin eines der spannendsten Themen im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2026. Während Neuer seine Karriere-Entscheidungen abwägt, entwickelt sich parallel die Diskussion um die nächste Generation deutscher Torhüter.



