Manuel Neuer: Absurde Situation um DFB-Rückkehrer droht
Manuel Neuer: Absurde Situation um DFB-Rückkehrer

Manuel Neuer soll im vorläufigen WM-Kader der deutschen Nationalmannschaft stehen. Damit droht eine absurde Situation Wirklichkeit zu werden. Wenn beim DFB von Manuel Neuer die Rede ist, scheint es, als würde ein Gespenst umgehen: alles ein bisschen ungreifbar, aber doch irgendwie echt.

Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte in den vergangenen Monaten ausweichend auf das Thema reagiert. Manuel Neuer bei der WM im deutschen Tor? Eigentlich nicht, denn wir haben ja Oliver Baumann. Und sowieso ist Neuer doch längst zurückgetreten. Was so oder so ähnlich unermüdlich wiederholt wurde, aber nie richtig glaubhaft klang, droht nun einen absurden Ausgang zu bekommen.

Denkt Nagelsmann an Neuer?

Neuer also doch bei der WM im deutschen Tor? Ja, vielleicht schon. Zumindest ist es ziemlich wahrscheinlich, dass der 40-Jährige auf jener 55-köpfigen Liste steht, die Bundestrainer Nagelsmann am Montag an die FIFA übergeben musste. Alles vorläufig natürlich, aber entscheidend genug, dass nur ein Schluss möglich scheint: Nagelsmann denkt an Neuer – und Neuer denkt an Nagelsmann. Es wäre die Pointe einer monatelangen Diskussion, die beinah neurotisch geführt wurde, beim DFB aber eigentlich jeder zu ersticken versucht hatte – offenbar erfolglos.

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„An der Situation mit Manuel hat sich nichts geändert. Er ist zurückgetreten und hat in den letzten Spielen mehrfach darüber gesprochen, dass das weiterhin Bestand hat“, sagte Nagelsmann noch Mitte April bei MagentaTV.

DFB: Baumann wäre der Leidtragende

Dass er die Tür damit nie zugemacht und mehr oder minder Neuer die volle Macht gegeben hatte, mag Absicht gewesen sein. Leidtragender war dabei aber vor allem Keeper Baumann. Dabei war dieser nach Neuers Rücktritt 2024 sowie den Degradierungen und körperlichen Rückschlägen von Marc-André ter Stegen zur Nummer 1 aufgestiegen – zumindest bis jetzt. „Wenn Oli so stabil und gesund bleibt, wie er es jetzt macht, wird er eine tolle WM spielen. Auf der Torhüterposition haben wir gar keine Bauchschmerzen“, erklärte Nagelsmann noch im März beim kicker.

Ganz überzeugt wirkte der 38-Jährige trotzdem nie, wofür er nicht selten kritisiert wurde. Mit der Diskussion um Neuer schwäche er „möglicherweise jetzt schon die Mannschaft. Denn in dem Moment, in dem du Baumann auch nur ein Stück schwächst, schwächst du das gesamte Team“, sagte Ex-DFB-Keeper René Adler unlängst bei Web.de.

DFB: Neuer entscheidet

Sollte Neuer nun tatsächlich im vorläufigen Kader stehen, wäre es für Baumann die Super-Schlappe – und die Gewissheit, dass Nagelsmanns Wort nicht dauerhaft Bestand hat. Denn vieles scheint ohnehin von Neuer abzuhängen, der in den vergangenen Monaten keine Gelegenheit ausgelassen hatte zu betonen, dass für ihn beim DFB Schluss ist und auch Schluss bleiben wird. „Wir brauchen das Thema überhaupt nicht aufzumachen. (…) Ich habe meine Sachen gesagt und konzentriere mich hier auf den FC Bayern“, sagte Neuer nach dem Sieg bei Real Madrid Anfang April – seine gefühlt tausendste Reaktion in dieser Causa, auf die sich wiederum tausendmal der DFB und Nagelsmann berufen hatte.

Sollte Neuer nicht nur im 55er-Kader stehen, sondern auch im endgültigen, den der Bundestrainer am 21. Mai bekannt geben wird, wäre zwar endlich eine Entscheidung gefallen – die Diskussion noch lange nicht beendet.

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