Am Donnerstag nominiert Bundestrainer Julian Nagelsmann den Kader für die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada. 26 Spieler werden das WM-Ticket bekommen. Nagelsmann will den Nationalspielern seine Entscheidungen zuvor in 62 Telefonaten mitteilen. Doch der Termin der Nominierung, den Nagelsmann vom 14. Mai auf den 21. Mai verschoben hat, stößt auf Kritik von Deutschlands Weltmeister-Kapitänen Lothar Matthäus und Philipp Lahm.
Matthäus sagte im Doppel-Interview für das SPORT BILD WM-Sonderheft: „Wir haben zwei Tage später ein Pokal-Endspiel, da spielt Stuttgart gegen Bayern. Wie kann ich diese Kadernominierung zwei Tage davor machen, wo ich ganz sicher zwei, drei Spielern wehtun muss, die sich Hoffnungen auf diese Weltmeisterschaft machen?“ Lahm pflichtete bei: „Ich sehe das genauso. Es könnte sein, dass da Enttäuschte sind, und die sollen dann ein paar Tage später Pokal-Finale spielen. Es macht ja trotzdem was mit den Spielern.“
Die Entscheidung des Bundestrainers wird vermutlich nicht die Bayern-Profis betreffen, die von ihrer WM-Teilnahme ausgehen können. Aber einige Stuttgarter Stammspieler wie Angelo Stiller, Chris Führich, Maximilian Mittelstädt, Jeff Chabot oder Torhüter Alexander Nübel werden womöglich eine große Enttäuschung zu verkraften haben. Matthäus kritisierte die Terminierung als psychologisch ungünstig und verwies auf frühere Probleme Stuttgarts mit Kaderbekanntgaben vor wichtigen Spielen.
Der Rekordnationalspieler forderte: „Die Festlegung der Termine sollte sich auch ein bisschen nach dem Spielplan der Vereine richten, die Nationalspieler haben. Das kannst du am 24. machen nach dem Pokal-Endspiel. Diese Terminierung, die stört mich schon seit langer Zeit.“ Falls der FC Bayern das Champions-League-Finale erreicht hätte, wäre der 24. Mai trotzdem unkritisch gewesen, da die deutschen Bayern-Nationalspieler wohl ohnehin alle bei der WM dabei sein werden.



