Lothar Matthäus schießt scharf gegen den VAR: 'Manchmal gehen sie Kaffee trinken'
Matthäus kritisiert VAR scharf: 'Gehen sie Kaffee trinken?'

Matthäus schießt scharf gegen den VAR: 'Manchmal gehen sie Kaffee trinken'

Der Einsatz des Videoschiedsrichters in der Bundesliga sorgt weiterhin für kontroverse Diskussionen und Verwirrung. Lothar Matthäus, der ehemalige Rekordnationalspieler, hat nun in seiner Sky-Kolumne den VAR scharf kritisiert und deutliche Worte gefunden. Die Debatte um die Einsätze und Nicht-Einsätze des Videoschiedsrichters wird einfach nicht ruhiger, besonders nach dem vergangenen Wochenende mit mehreren Aufreger-Szenen.

Ärgerliche Fehlentscheidung bei BVB gegen 1. FC Köln

Für den meisten Ärger sorgte die Bewertung des vermeintlichen Handspiels von Yan Couto bei Borussia Dortmunds 2:1-Auswärtssieg beim 1. FC Köln. Der Brasilianer spielte kurz vor dem Spielende deutlich den Ball im Strafraum mit der Hand, doch der VAR meldete sich nicht, und es gab keinen Elfmeter für Köln. Speziell bei so klaren Fehlentscheidungen sei „eine Fehleinschätzung sehr ärgerlich“, ärgerte sich Matthäus. „Manche werden vielleicht sagen, das reguliert sich innerhalb einer Saison in der Bundesliga. Ich sage: Nein! Es geht darum, dass wir Gerechtigkeit wollen“, schrieb er weiter.

Matthäus: 'Hat das Gefühl, die gehen mal einen Kaffee trinken'

Positiv sei, dass mit dem VAR durchaus schon viele Fehlentscheidungen korrigiert werden würden. Es gäbe aber „immer noch zu viele Fehler“. Deshalb frage man sich manchmal: „Wozu haben wir ihn überhaupt?“ Matthäus äußerte sich kritisch zur Szene im Kölner Keller: „Warum wurde die Szene nicht so bewertet, wie es 99 Prozent der Leute getan hätten? Im Stadion konnte man sehen, dass der Spieler den Ball mit der Hand berührt hat. Soviel ich weiß, kann der VAR sogar auf noch mehr Bilder zurückgreifen.“ Er fügte hinzu: „Ich frage mich auch, was die Leute im Keller manchmal machen. Sitzen sie die ganze Zeit vor den Monitoren und prüfen jede einzelne Szene? Ab und zu hat man das Gefühl, die gehen zwischendurch mal einen Kaffee trinken.“

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Handspielregel: 'Sowieso der größte Schmarrn'

Matthäus bemängelt zudem, dass der VAR in der Bundesliga speziell im Vergleich zu anderen Wettbewerben Nachholbedarf hat: „Ich habe das Gefühl, dass es in anderen Ländern, in der Champions League oder bei der Klub-WM, besser funktioniert als bei uns.“ Er betonte: „Die internationalen Spezialisten haben auch nur zwei Augen, aber es braucht den Mut, etwas anzuzeigen. Man sollte keine Angst haben, wenn man im Keller sitzt. Der Keller entscheidet am Ende nicht, sondern immer noch der Schiedsrichter auf dem Platz.“ Für Matthäus gibt es aber nicht nur allgemeine Probleme mit dem VAR. Ein noch größerer Dorn im Auge ist für ihn die Handspielregel: „Die Unterscheidung, ob ein Handspiel absichtlich oder unabsichtlich war, ist für mich sowieso der größte Schmarrn. Handspiele sind in den seltensten Fällen absichtlich. Wenn durch die Berührung mit der Hand die Körperfläche vergrößert wird, ist es ein Strafstoß. Punkt.“

Er erklärte deutlich: „Coutos Handspiel und das Foul von Simpson-Pusey an Beier waren beide unabsichtlich, aber es waren ein Elfmeter und eine Rote Karte. Auch Nico Schlotterbeck hat im Klassiker Stanisic nicht absichtlich getroffen, aber auch er hätte dafür eine Rote Karte sehen müssen.“ Die Debatte um den VAR und die Handspielregel bleibt somit weiterhin ein heißes Thema in der Bundesliga, mit Lothar Matthäus als einem der prominentesten Kritiker.

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