Messi als Zankapfel: Erbitterter Machtkampf vor Barcelona-Präsidentschaftswahl
Beim FC Barcelona brodelt der Machtkampf vor der entscheidenden Präsidentschaftswahl am 15. März weiter. Im Zentrum der erbitterten Auseinandersetzungen steht ausgerechnet der ehemalige Vereinsikone Lionel Messi, dessen Abgang 2021 bis heute für kontroverse Diskussionen bei den Katalanen sorgt.
„Unverzeihlich“: Font attackiert Laportas Umgang mit Messi
Präsidentschaftskandidat Victor Font hat den amtierenden Barca-Boss Joan Laporta für dessen Behandlung des argentinischen Superstars massiv kritisiert. Besonders empört zeigt sich Font über einen heimlichen Besuch Messis im Camp Nou im November 2025, von dem die Vereinsführung angeblich nichts wusste. Erst im Nachhinein teilte der achtfache Ballon d'Or-Gewinner seinen Aufenthalt über Instagram mit.
„Die Tatsache, dass er sich ins Camp Nou hineinschleichen muss, dass wir die Beziehungen zu Leo abgebrochen haben, ist unverzeihlich“, wetterte Font im Interview mit dem Radiosender Cadena SER. Der Herausforderer bemängelt insbesondere das enge Verhältnis zwischen Laporta und Real-Präsident Florentino Pérez und fordert: „Eine Versöhnung mit Messi sollte seit seinem Abschied oberste Priorität haben.“
Drei-Säulen-Offensive: Font plant Messi-Rückholaktion
Sollte Victor Font den Machtkampf bei den Katalanen für sich entscheiden, plant er eine ambitionierte Rückholaktion des 38-jährigen Superstars. „Wir haben ein Projekt, um Brücken wieder aufzubauen“, erklärte er bei RAC1 und verwies auf eine institutionelle, sportliche und kommerzielle Einbindung Messis. Font betonte dabei deutlich: „Was klar ist: Unter Laporta kommt er nicht zurück.“
Laut Fonts Angaben kann sich Messi durchaus eine Rückkehr und ein letztes Kapitel bei seinem Jugendverein vorstellen. Allerdings steht der Argentinier bei Inter Miami in der MLS noch bis Dezember 2028 unter Vertrag, was eine Transferaktion deutlich komplizierter gestaltet.
Personalentscheidungen: Flick soll bleiben, Deco nicht
Neben der Messi-Frage positioniert sich Font auch in anderen Personalangelegenheiten deutlich. Während er Trainer Hansi Flick eine feste Rolle in seinen Zukunftsplänen zuschreibt, macht er gegenüber Sportdirektor Deco keine Zugeständnisse. „Deco wird nicht mein Sportdirektor sein“, kündigte der Präsidentschaftskandidat unmissverständlich an.
Der Portugiese scheint seine Zukunft ohnehin von der Wahl abhängig zu machen. „Wenn Joan nicht hier ist, werden sich die Dinge sicherlich ändern – und deshalb werde ich nicht bleiben“, erklärte Deco der spanischen Zeitung Sport.
Sportlicher Erfolg tritt in den Hintergrund
Während Barcelona sportlich aktuell einen Punkt vor Real Madrid an der Tabellenspitze von La Liga steht und sich in der Champions League direkt für das Achtelfinale qualifizierte, rückt die sportliche Entwicklung angesichts des eskalierenden Machtkampfes zunehmend in den Hintergrund. Selbst der herbe Dämpfer im nationalen Pokal scheint aktuell weniger Aufmerksamkeit zu erhalten als die politischen Grabenkämpfe innerhalb des Vereins.
Der erbitterte Machtkampf vor der entscheidenden Präsidentschaftswahl im März zeigt deutlich, dass die Zukunft des FC Barcelona nicht nur auf dem Platz, sondern vor allem in den Führungsetagen entschieden wird – mit Lionel Messi als ungewöhnlichem, aber zentralem Streitpunkt zwischen den Kontrahenten.



