WM-Gastgeber Mexiko in Gewaltspirale: DFB besorgt, FIFA wiegelt ab
Mexiko: Gewalt erschüttert WM-Gastgeber – DFB besorgt

Eskalierende Gewalt in Mexiko wirft Schatten auf die Fußball-Weltmeisterschaft

Mexiko, einer der drei Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft 2026, befindet sich in einer schweren Sicherheitskrise. Nach der Tötung des berüchtigten Drogenbosses Nemesio »El Mencho« Oseguera Cervantes durch die Armee sind im Land gewaltsame Ausschreitungen ausgebrochen, die bereits mindestens 73 Menschenleben gefordert haben. Die mexikanische Regierung hat mehr als 10.000 Soldaten mobilisiert, um die Lage unter Kontrolle zu bringen, doch die Situation bleibt extrem angespannt.

DFB-Geschäftsführer äußert deutliche Besorgnis

Während der Weltfußballverband FIFA öffentlich Optimismus verbreitet, zeigen sich die Verantwortlichen des Deutschen Fußball-Bundes deutlich besorgter. »Es bleibt zu hoffen, dass sich diese kriegsähnliche Situation schnell entspannt und es nicht zu einer weiteren Eskalation kommt«, sagte DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig in einem Interview. Auf die Frage nach seiner Vorfreude auf die WM-Endrunde antwortete er ehrlich: »Wenn ich ehrlich bin, aktuell nicht.«

FIFA-Chef Infantino demonstriert unerschütterliche Gelassenheit

Im krassen Gegensatz zu den deutschen Bedenken steht die Haltung von FIFA-Präsident Gianni Infantino. Der Schweizer zeigte sich bei einem Auftritt in Kolumbien äußerst zuversichtlich: »Ich bin sehr ruhig. Alles läuft sehr gut, alles wird fantastisch sein.« Diese Aussage erfolgte trotz der Tatsache, dass besonders der Bundesstaat Jalisco von den Gewaltausbrüchen betroffen ist – genau jene Region, in deren Hauptstadt Guadalajara vier WM-Spiele stattfinden sollen.

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Mexikanische Regierung verspricht Sicherheit für WM-Fans

Präsidentin Claudia Sheinbaum betonte, dass ihre Regierung die Lage unter Kontrolle habe. »Alle Behörden der Republik haben sich koordiniert, alle Kräfte der Bundesregierung, Sicherheitskräfte und Staatsanwaltschaft stehen für jede Situation bereit«, versicherte sie. Für die erwarteten WM-Besucher bestehe »keinerlei Risiko«, da »alle Sicherheitsvorkehrungen« getroffen würden.

Experten bleiben skeptisch

Sicherheitsexperten zeigen sich jedoch wenig überzeugt von diesen Beruhigungsversuchen. David Saucedo, ein anerkannter Sicherheitsexperte, äußerte in der ARD deutliche Zweifel: »Die Regierung will das Bild vermitteln, dass sie alles im Griff hat. Aber die Fakten sprechen eine andere Sprache.« Besonders alarmierend ist die Situation in Jalisco, wo laut offiziellen Zahlen knapp 13.000 Menschen vermisst werden.

Deutsche Regierung sieht FIFA in der Verantwortung

Die Bundesregierung erwartet klare Sicherheitsgarantien vom Weltfußballverband. Christoph Ploß, Tourismuskoordinator der Bundesregierung, forderte: »Die FIFA muss in Zusammenarbeit mit den Regierungen Kanadas, der USA und Mexikos sicherstellen, dass Fans nicht gefährdet und die Sicherheitsvorkehrungen durch die Gastgeberländer eingehalten werden.«

Hintergrund: Die gefährliche Macht der Drogenkartelle

Die aktuelle Eskalation ist kein Einzelfall in der mexikanischen Geschichte. Experten weisen darauf hin, dass Schläge gegen den organisierten Drogenhandel in der Vergangenheit oft lange und blutige Machtkämpfe zwischen den Kartellen ausgelöst haben. Die Tötung von »El Mencho«, einem der mächtigsten Drogenbosse des Landes, könnte ähnliche Folgen haben und die Sicherheitslage dauerhaft destabilisieren.

Insgesamt sollen während der WM 2026 dreizehn Spiele in Mexiko ausgetragen werden, darunter das Eröffnungsspiel zwischen dem Co-Gastgeber und Südafrika in Mexiko-Stadt. Während die deutsche Nationalmannschaft weder in Mexiko wohnen noch in der Vorrunde dort spielen wird, bereiten sich andere Teams auf Aufenthalte in dem von Gewalt erschütterten Land vor. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die mexikanischen Behörden ihre Sicherheitsversprechen einlösen können.

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