Thomas Müller zweifelt an deutscher WM-Favoritenrolle
Der erfahrene Fußball-Profi Thomas Müller hat in einem aktuellen Interview deutliche Zweifel an der Favoritenrolle der deutschen Nationalmannschaft für die anstehende Weltmeisterschaft 2026 geäußert. Der 36-jährige Weltmeister von 2014 sieht im DFB-Team trotz vorhandener individueller Klasse entscheidende Defizite, die einen Titelgewinn erschweren könnten.
Qualität vorhanden, aber Stabilität fehlt
„Wir verfügen zweifellos über genügend Qualität, um jede Top-Nation an einem einzelnen Spieltag zu besiegen“, erklärte Müller dem Fachmagazin „Kicker“. „Allerdings vermisse ich umgekehrt die notwendige Stabilität, die uns selbst zu einer kaum zu bezwingenden Mannschaft machen würde. Hier liegt ein wesentlicher Unterschied: Kann ich meinen Gegner gelegentlich schlagen oder bin ich selbst extrem schwer zu besiegen?“
Der Offensivspieler betonte, dass es der deutschen Auswahl aktuell noch an der erforderlichen Konstanz mangele. Diese fehlende Beständigkeit könnte sich im Turnierverlauf als entscheidender Nachteil erweisen. Dennoch appellierte Müller an die Mentalität des gesamten Kaders: „Trotz dieser Einschätzung sollte jeder Spieler mit der Einstellung ins Turnier gehen, alles in die Waagschale zu werfen, um das Finale möglich zu machen.“
Kein Sensationssieger wie Griechenland 2004
Der Profi der Vancouver Whitecaps schloss einen überraschenden Turniersieg nach dem Vorbild Griechenlands bei der Europameisterschaft 2004 aus. Gleichzeitig formulierte er seine Wünsche für den kommenden Weltmeister: „Ich wünsche mir einen Titelträger, bei dem es Spaß macht, zuzuschauen – eine Mannschaft, die mit attraktivem Fußball überzeugt.“
Wohlgefühl in Vancouver und Rückkehrpläne
Müller, der im vergangenen Sommer vom FC Bayern München nach Kanada wechselte, äußerte sich sehr positiv über seine neue Lebenssituation. „Es macht hier wirklich großen Spaß“, sagte der zweifache Champions-League-Sieger. „Mein Hauptthema ist nach wie vor der Fußballplatz, der mein Leben am stärksten beeinflusst. Mit der Mannschaft hat es von Anfang an sowohl auf als auch neben dem Platz hervorragend funktioniert.“
Die Stadt Vancouver habe er schnell zu schätzen gelernt: „Die Menschen sind außerordentlich offen, es handelt sich um eine sehr internationale Stadt mit zahlreichen Kulturen. Dadurch weiß niemand genau, ob man Einheimischer ist oder erst seit wenigen Stunden in der Stadt verweilt. Das Leben fühlt sich sicher an, dazu kommt die beeindruckende Natur. Kurz zusammengefasst: Das Gesamtpaket ist ausgesprochen lebenswert.“ Das Privatleben beschrieb Müller in Vancouver als „auf jeden Fall etwas entspannter“ im Vergleich zu seiner Zeit in München.
Trotz dieser positiven Erfahrungen kündigte Müller eine spätere Rückkehr nach Deutschland an. „Dafür bin ich einfach zu sehr verwurzelt. Ich schätze das Leben in unserer Heimat außerordentlich“, begründete der Nationalspieler seine langfristigen Pläne.



