Mourinho kritisiert Vinícius nach Rassismus-Eklat in Champions League
Mourinho macht Vinícius Vorwürfe nach Rassismus-Eklat

Rassismus-Eklat überschattet Champions-League-Spiel

Das Playoff-Hinspiel der Champions League zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid wurde von einem schwerwiegenden Rassismus-Vorfall überschattet. Während Real Madrid mit 1:0 siegte, stand im Anschluss vor allem der Eklat um den brasilianischen Star Vinícius Junior im Mittelpunkt der Diskussionen.

Torjubel löst Kontroverse aus

In der 50. Minute brachte Vinícius die Madrilenen mit einem Traumtor in Führung. Sein anschließender Jubel an der Eckfahne vor den Benfica-Fans löste wütende Reaktionen aus, bei denen einzelne Gegenstände auf das Spielfeld flogen. Für seinen als provokant empfundenen Jubel erhielt der Brasilianer wenig später eine gelbe Karte.

Kurz darauf signalisierte Vinícius dem Schiedsrichter, von Gegenspieler Gianluca Prestianni rassistisch beleidigt worden zu sein. Nach Angaben des Real-Stars soll mehrfach das Wort „Affe“ gefallen sein. Das Spiel wurde daraufhin minutenlang unterbrochen, während Prestianni die Vorwürfe entschieden bestritt.

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Mourinhos ambivalente Positionierung

Während sich viele Beteiligte nach der Partie klar positionierten, zeigte sich Benfica-Trainer José Mourinho auffallend zurückhaltend. In einem Interview mit Amazon Prime Video äußerte er zwar Vorwürfe gegenüber Vinícius, wollte sich aber nicht eindeutig auf eine Seite stellen.

„Ich glaube, dass Vinícius die Spieler und das Publikum provoziert hat“, sagte der portugiesische Trainer. Der Brasilianer solle sich bei seinem Jubel nicht „mit 60.000 Menschen in diesem Stadion“ anlegen. Zu den konkreten Vorwürfen rassistischer Beleidigungen äußerte sich Mourinho jedoch bewusst neutral: „Was die Worte angeht, die Prestianni und Vinicius gewechselt haben, möchte ich unabhängig bleiben.“

Mourinhos Gespräch mit Vinícius

Der Benfica-Coach offenbarte jedoch Details seines Gesprächs mit dem Real-Star während des Spiels. „Ich sagte ihm: ‚Wenn du so ein Tor schießt, feierst du einfach und gehst zurück‘“, so Mourinho. Als Vinícius das Thema Rassismus ansprach, verwies der Trainer auf die Vereinsgeschichte: „Ich sagte ihm, dass die größte Persönlichkeit in der Geschichte dieses Vereins schwarz war. Das Letzte, was dieser Verein ist, ist rassistisch.“

Gemeint war damit der legendäre Benfica-Stürmer Eusébio, der als einer der besten Fußballer aller Zeiten gilt und tatsächlich afrikanische Wurzeln hatte.

Wiederholte Vorfälle und spezielle Erklärung

Konfrontiert mit der Tatsache, dass Vinícius bereits in der Vergangenheit mehrfach Opfer rassistischer Beleidigungen wurde, äußerte Mourinho eine bemerkenswerte These: „Da stimmt etwas nicht, denn das passiert in jedem Stadion. In einem Stadion, in dem Vinícius spielt, passiert immer etwas – immer.“

Diese Aussage wiederholte er auch im Gespräch mit Movistar+: „Das passiert in so vielen Stadien und immer auf dieselbe Art. Da stimmt etwas nicht.“ Mourinho kritisierte dabei auch den Jubelstil des Brasilianers: „Er hat ein großartiges Tor geschossen. Warum feiert er nicht wie Eusebio, Pelé, Di Stéfano...?“

Übrigens erhielt Mourinho selbst in dieser Partie einen Platzverweis. Seine Erklärung dafür war ebenfalls bemerkenswert: „Sie haben mich vom Platz gestellt, weil ich etwas gesagt habe, das ganz offensichtlich ist“, so der Trainer. Er behauptete, der Schiedsrichter habe eine Anweisung erhalten, bestimmten Spielern keine gelben Karten zu zeigen.

Abschließend betonte Mourinho jedoch: „Madrid hat den Sieg verdient“ – eine Aussage, die seine ambivalente Haltung in dieser kontroversen Angelegenheit unterstreicht.

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