Historischer Moment bei der WM: Mutter und Sohn gemeinsam auf der Bühne
Das 2:2-Unentschieden zwischen Iran und Neuseeland zu Beginn der Woche hatte eine besondere Note, die zunächst weitgehend unbemerkt blieb. Es handelte sich nicht um eine sportliche Sensation, sondern um eine familiäre Premiere. Was war geschehen?
In der Nachspielzeit wurde der 21-jährige Neuseeländer Tyler Bindon eingewechselt. Der Abwehrspieler, der bei Sheffield United in der zweiten englischen Liga spielt, war nur wenige Minuten auf dem Platz. Doch für seine Mutter, die 53-jährige Jenny Bindon, die auf der Tribüne im Stadion in Los Angeles saß, war es ein „sehr besonderer Moment“, wie sie später dem neuseeländischen Radiosender RNZ sagte. Die beiden sind das erste Mutter-Sohn-Duo in der Geschichte der Weltmeisterschaft.
„We did it, Mom“
Jenny Bindon beschrieb den Moment nach dem Abpfiff als unglaublich. Sie gab ihrem Sohn einen Handshake, und Tyler sagte zu ihr: „We did it, Mom.“ Auf Instagram teilte der WM-Debütant seine Freude und schrieb, wie dankbar er sei, diesen Moment mit seiner Mutter auf der größten Bühne des Weltfußballs zu teilen.
Jenny Bindons letzte WM-Teilnahme lag 15 Jahre zurück. Bei der WM 2011 in Deutschland stand sie als Torhüterin für die neuseeländische Frauen-Nationalmannschaft zwischen den Pfosten. Ihr WM-Debüt gab sie bereits 2007 in China, als ihr Sohn Tyler zwei Jahre alt war. 2014 beendete sie ihre Karriere nach 77 Länderspielen. Heute arbeitet sie als Co-Trainerin der Frauen-Nationalmannschaft.
„Seitdem er drei Monate alt war“, sagte sie im RNZ-Interview, „ist er immer bei uns in der Nationalmannschaft dabei gewesen.“ Sie sei stolz darauf, dass Tyler schon früh Teil des Teams war, denn damals gab es kaum professionelle Fußballspielerinnen mit Kindern. Bei dieser WM schloss sich nun der Kreis für die Bindons. Diesmal war es nicht Tyler, der seiner Mutter zujubelte, sondern Jenny, die ihren Sohn anfeuerte.
Weitere Vater-Sohn-Duos bei der WM
Neben dem ersten Mutter-Sohn-Duo der WM-Geschichte kamen bei dieser WM drei weitere Vater-Sohn-Duos zu den bereits bestehenden 27 hinzu. Konkret sind dies Erling Haaland (Norwegen) und sein Vater Alf-Inge, Sebastian und Gregg Berhalter (USA) sowie Luca Zidane (Algerien) und sein Vater Zinedine (Frankreich).



