Nagelsmann erläutert differenzierte Rolle von Goretzka im DFB-Team
Die jüngsten Aussagen von Bundestrainer Julian Nagelsmann zur Position von Leon Goretzka in der deutschen Nationalmannschaft haben für erhebliche Diskussionen und teils kritische Reaktionen gesorgt. Vor den anstehenden Länderspielen hat der Trainer nun seine Gedanken ausführlich begründet und präzisiert.
Bundestrainer erklärt besonderen Kurs bei Personalie Goretzka
Julian Nagelsmann hat seinen besonderen Umgang mit der Situation von Leon Goretzka detailliert erläutert. Auf der Pressekonferenz zur Kadernominierung sagte der Bundestrainer: „Ich habe gesagt, er hat gute Chancen zu spielen. Zwischen ‚spielen‘ und ‚spielen‘ gibt es aber Unterschiede. Spielen kann auch zwei Minuten heißen.“ Nagelsmann betonte, dass er sich bewusst dafür entschieden habe, dem 31-jährigen Mittelfeldspieler trotz geringer Spielzeit beim FC Bayern ein positives Gefühl zu vermitteln.
Der Trainer verwies auf die besondere Historie nach der Europameisterschaft, bei der Goretzka frustriert über seine Nichtberücksichtigung gewesen sei. „In meinen Augen gab es damals sicher auch Kommunikationsthemen, die nicht optimal verlaufen sind. Wo man Dinge unterschiedlich interpretiert hat, die wir ausgeräumt haben“, so Nagelsmann weiter.
WM-Teilnahme gesichert, aber keine Garantie auf Spielzeit
Nagelsmann stellte klar: „Ich habe bewusst, um ihn mit der Aussage auch zu stärken, ihm das Gefühl geben wollen: Er muss nicht um die WM zittern. Wenn er gesund ist, ist er dabei.“ Diese Zusage bedeute jedoch keinen Freifahrtschein für den Bayern-Profi.
Mit Felix Nmecha gebe es in der deutschen Nationalmannschaft einen weiteren Spieler, der im Mittelfeld eine gute Rolle spielen könnte. Außerdem benötige Goretzka im Saisonendspurt mehr Einsätze in München als zuletzt. „Rein aus physiologischen Gesichtspunkten, um in den USA bei der Hitze auch viele Minuten sammeln zu können“, betonte der Bundestrainer.
Nagelsmanns frühere Aussagen hatten für Aufsehen gesorgt
Anfang März hatte Nagelsmann Goretzka den Rücken gestärkt, obwohl dessen Rolle beim FC Bayern häufig nur untergeordnet ist. „Wir vermissen in Deutschland schon einen richtig stabilen, zweikampfstarken Sechser – auch in der Luft“, sagte er damals dem kicker. Seine Optionen im DFB-Mittelfeld seien spielstark und ballsicher, bräuchten aber oftmals einen klaren Partner neben sich.
Was Nagelsmann am Profi vom FC Bayern besonders schätzt:
- Physische Präsenz auf dem Platz
- Konsequente Strafraumeinsätze
- Wirkung bei langen Bällen
„Stand jetzt wird Leon Goretzka, trotz weniger Spielzeit bei den Bayern, gute Chancen haben, zu spielen und eine ähnliche Rolle zu haben wie in der WM-Quali“, betonte der Bundestrainer. Im vergangenen Jahr war Goretzka in den sechs Partien gegen die Slowakei, Nordirland und Luxemburg gesetzt und stand nur einmal nicht in der Startelf.
Diese Entwicklung hat zu Spekulationen geführt, dass dem Mittelfeldspieler auch beim anstehenden Turnier im Sommer ein Platz in der Anfangsformation winken könnte. Nagelsmanns differenzierte Erklärungen zeigen jedoch, dass die endgültige Entscheidung von mehreren Faktoren abhängen wird.



