Bundestrainer Julian Nagelsmann hat seine Startelf für den WM-Auftakt gegen Curaçao offenbar gefunden. Die beiden Testspiele gegen Finnland und die USA lieferten klare Hinweise, wer am kommenden Sonntag von Beginn an spielen wird. Vor allem für Leon Goretzka ist das eine enttäuschende Entwicklung.
Goretzka kam im zweiten Test gegen die USA erst in der 80. Minute für Felix Nmecha ins Spiel – als letzter Wechsel Nagelsmanns. Im ersten Test gegen Finnland war der Bayern-Spieler sogar ganz ohne Einsatz geblieben. Dabei galt Goretzka lange als sicherer Kandidat für die Startelf, nachdem Nagelsmann ihn vor zwei Jahren für die EM aus dem Kader gestrichen hatte. Der Bundestrainer hatte betont, Goretzka müsse „nicht um die WM zittern“, eine Stammplatzgarantie gab es jedoch nie.
Nagelsmann setzte in den Tests auf eine eingespielte Formation. „Du hast eine gewisse Idee im Kopf, die man auch in den beiden Spielen gesehen hat“, sagte er. „Ich werde nicht noch acht Spieler wechseln Richtung Curaçao.“ Damit dürften auch andere Spieler wie David Raum enttäuscht sein. Der Leipziger Linksverteidiger stand in keinem Test in der Startelf, während der Frankfurter Nathaniel Brown beide Male von Beginn an spielte und sich als Tempospieler empfahl.
Auch Stürmer Nick Woltemade, in der Qualifikation Deutschlands bester Torschütze, kam nur gegen Finnland zu einem Kurzeinsatz. Gegen die USA blieb er draußen, während Deniz Undav trotz einer leichten Verletzung erste Wahl als Einwechselspieler war. Antonio Rüdiger und Manuel Neuer spielten in beiden Tests keine Minute, was jedoch auf besondere Umstände zurückzuführen ist.
Nagelsmanns Entscheidungen sind jedoch nicht in Stein gemeißelt. Die Erfahrung der EM 2024 zeigt, dass sich die Startelf während eines Turniers ändern kann. David Raum selbst war damals als Ersatz gestartet und wurde später Stammspieler. Auch Verletzungen wie die von Lennart Karl können die Pläne durchkreuzen. Für Goretzka und die anderen Reservisten bleibt die Hoffnung auf eine Chance im Laufe der WM.



