Bundestrainer Julian Nagelsmann hat beim deutschen WM-Vorrundenabschluss gegen Ecuador die Nationalhymne mit freiem Blick auf den Platz und seine Spieler genossen. Der 38-Jährige und sein Betreuerstab stellten sich während der Zeremonie vor dem Anpfiff ein paar Meter rechts neben die Trainerbank und konnten damit an den vielen Fotografen vorbeischauen.
Hintergrund: Fotografen-Position sorgte für Diskussionen
Die Position der Fotografen hatte zu Beginn des Turniers in den USA, Kanada und Mexiko für Diskussionen gesorgt. Englands Nationalcoach Thomas Tuchel hatte nach dem Auftaktsieg seiner Mannschaft gegen Kroatien (4:2) bedauert, dass ihm das spezielle Erlebnis verdorben worden sei, weil die Fotografen vor der Bank ihm die Sicht versperrt hatten.
Auch Nagelsmann hatte sich nach dem 2:1 der DFB-Auswahl im zweiten Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste in Toronto kritisch geäußert. Die FIFA hatte wenige Tage nach WM-Beginn allerdings einen Kompromiss für die betroffenen Spiele in Stadien mit beengten Platzverhältnissen gefunden. Die Fotografen sollten bleiben, die Trainerstäbe zur Seite rücken können.
Nagelsmann nutzt neue Möglichkeit
Beim Vorrundenabschluss gegen Ecuador konnte Nagelsmann diese neue Regelung nun erstmals auskosten. Statt wie zuvor hinter den Fotografen zu stehen, positionierte er sich mit seinem Team seitlich und hatte so eine ungestörte Sicht auf das Spielfeld und die Hymne. Dies ermöglichte ihm, die Zeremonie intensiver zu erleben und den Moment mit seinen Spielern zu teilen.
Die deutsche Mannschaft hatte sich bereits vor dem Spiel für das Achtelfinale qualifiziert. Dennoch legte Nagelsmann Wert auf einen würdigen Abschluss der Vorrunde. Die Geste zeigt, wie wichtig dem Bundestrainer auch die emotionalen Aspekte des Turniers sind.



