Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat auch ihr zweites Gruppenspiel bei der Weltmeisterschaft 2026 gewonnen. Gegen die Elfenbeinküste drehte das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann einen 0:1-Rückstand und siegte am Ende verdient mit 2:1. Damit hat Deutschland vorzeitig das Sechzehntelfinale erreicht und die Chancen auf den Gruppensieg gewahrt.
Nagelsmann: „Vor drei Wochen waren wir noch Schutt und Asche“
Trotz des Erfolgs mahnte Nagelsmann zur Besonnenheit. In einem Interview mit MagentaTV sagte er: „Wir brauchen nicht von Weltspitze sprechen, vor drei Wochen waren wir noch Schutt und Asche. Nächster Step jetzt ist Ecuador und das Spiel gewinnen.“ Der Bundestrainer zeigte sich zwar zufrieden mit der Reaktion seiner Mannschaft auf den Rückstand, betonte aber, dass noch viel Arbeit vor dem Team liege.
Nagelsmann lobte vor allem die verbesserte zweite Halbzeit: „Dass wir mit Rückschlägen heute gut umgegangen sind. In der zweiten Halbzeit wurden wir immer besser. Alle haben das sehr gut gemacht, auch nach den Wechseln.“ Besonders hob er die Leistung von Deniz Undav hervor, der als Joker erneut traf. „Seine Rolle ist doch topp, mehr Decider als bei der WM kann man doch nicht sein. Dass er gegen Ecuador startet, ist auch nicht ausgeschlossen“, so Nagelsmann.
Schlotterbeck bereitet Sorgen
Ein Wermutstropfen des Abends war die Verletzung von Innenverteidiger Nico Schlotterbeck. Der Spieler von Borussia Dortmund musste bereits in der ersten Halbzeit behandelt werden und wurde nach der Pause durch Antonio Rüdiger ersetzt. Nagelsmann äußerte sich zunächst nicht näher zu Schlotterbecks Zustand, doch die Auswechslung deutet auf eine mögliche muskuläre Verletzung hin. Die genaue Diagnose steht noch aus.
Spielverlauf: Deutschland dreht Partie nach Rückstand
Die erste Halbzeit war geprägt von deutscher Überlegenheit, aber mangelnder Durchschlagskraft. Die Elfenbeinküste stand defensiv gut organisiert und lauerte auf Konter. Nach einer Trinkpause schlugen die Ivorer eiskalt zu: Kessie erzielte das 0:1 für die Afrikaner. Deutschland zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt und erhöhte den Druck.
In der zweiten Halbzeit wechselte Nagelsmann gleich dreifach: Leweling, Amiri und Undav kamen für Sané, Musiala und Pavlovic. Die Maßnahme zahlte sich aus. Nach mehreren guten Chancen gelang Undav in der 70. Minute der Ausgleich. Der Stürmer lief nach einer Flanke von Amiri perfekt ein und jagte den Ball aus acht Metern unter die Latte.
Undav erneut als Matchwinner
Nur wenige Minuten später war es erneut Undav, der Deutschland in Führung brachte. Nmecha passte in den Sechzehner, Undav drehte sich um die eigene Achse und schloss mit links ab. Die Fahne des Linienrichters blieb unten, der Treffer zählte. Es war der zweite Siegtreffer des Stürmers in zwei Spielen – bereits gegen Ecuador hatte Undav getroffen.
Jonathan Tah zeigte sich nach dem Spiel begeistert: „Siegermentalität, Teamgeist. Ich glaube genau das, was man in einem Turnier braucht, um erfolgreich zu sein. Wir haben nicht aufgegeben, wir wussten, dass wir den Gegner irgendwann müde machen werden. Und Deniz muss man heute einfach hervorheben.“
Neuer wird WM-Rekordtorhüter
Ein weiterer Meilenstein des Abends: Manuel Neuer absolvierte sein 19. WM-Spiel und überholte damit den bisherigen Rekordhalter Gianluigi Buffon (18 Spiele). Der deutsche Torhüter ist nun alleiniger Rekordtorhüter bei Weltmeisterschaften. Neuer zeigte eine solide Leistung, hatte aber wenig zu tun, da die Abwehr um Rüdiger und Tah die ivorischen Angriffe meist früh unterband.
Ausblick: Nächster Gegner Ecuador
Das letzte Gruppenspiel bestreitet Deutschland gegen Ecuador. Ein Sieg würde den Gruppensieg bedeuten und ein vermeintlich leichteres Los im Sechzehntelfinale. Nagelsmann kündigte an, die Partie ernst zu nehmen: „Nächster Step jetzt ist Ecuador und das Spiel gewinnen.“ Personell könnte es Veränderungen geben, insbesondere falls Schlotterbeck ausfällt. Auch die Startelf von Undav ist nach seinen beiden Joker-Toren eine Option.
Die deutsche Mannschaft reist am Dienstag nach Toronto, wo das Spiel gegen Ecuador stattfindet. Die Partie wird um 21:00 Uhr MESZ angepfiffen. Fans und Experten sind gespannt, ob Nagelsmann erneut auf Rotation setzt oder der Siegerelf aus dem Spiel gegen die Elfenbeinküste das Vertrauen schenkt.



