Ungeschlagen und als Gruppenerster haben die Niederlande die Vorrunde der Fußball-Weltmeisterschaft abgeschlossen. Nach dem 3:1 (2:0) gegen das bereits ausgeschiedene Tunesien in Kansas City richtet sich der Fokus nun auf die K.-o.-Runde. „Jetzt kommen die großen Spiele. Jetzt müssen wir bereit sein“, sagte Abwehrspieler Jan Paul van Hecke.
Nächster Gegner: Marokko – ein brisantes Duell
Am Dienstag (3.00 Uhr MEZ) trifft Oranje im mexikanischen Monterrey auf Marokko. Die Partie verspricht aufgrund der großen marokkanischen Gemeinschaft in den Niederlanden und der zahlreichen in niederländischen Clubs aktiven Spieler besondere Brisanz. Kapitän Virgil van Dijk warnte vor dem Gegner: „Ich erwarte eine großartige Mannschaft mit fußballerischen Qualitäten, aber auch mit Schwächen. Die müssen wir versuchen, auszunutzen. Ich freue mich riesig darauf, das sind großartige Spiele. Los geht's!“
Frühe Führung gegen Tunesien
Gegen Tunesien brachte ein Eigentor des Frankfurters Ellyes Skhiri die Niederlande bereits in der dritten Minute in Führung. Fünf Minuten später erhöhte Brian Brobbey auf 2:0 und stellte früh die Weichen auf Sieg. Nach dem Anschlusstreffer von Hazem Mastouri (54.) sorgte van Hecke mit seinem Tor zum 3:1 (62.) für die endgültige Entscheidung. Vor 68.391 Zuschauern im Stadion des NFL-Clubs Kansas City Chiefs zeigte die Elftal eine dominante Leistung, auch wenn Trainer Ronald Koeman Nachlässigkeiten bemängelte.
Koeman: „Schludrige Momente dürfen nicht vorkommen“
„Du willst so ein Spiel in seiner Gesamtheit gut spielen. Da gehören schludrige Momente im Ballbesitz oder im Umschaltspiel nicht dazu“, sagte Koeman. „Das nächste Spiel ist ein K.-o.-Spiel. Da können dich solche Momente den Kopf kosten.“ Der Bondscoach hat in den bisherigen drei Spielen stets Schwachpunkte in seinem Team ausgemacht. Dennoch stehen nach drei Spielen sieben Punkte und Platz eins zu Buche. „Das ist gut, aber jetzt zählt es. Ich weiß nicht, ob wir gegen Marokko der Favorit sind. Das ist ein großes Spiel. Und ein gutes Team mit viel Qualität“, warnte Koeman.
Unwettergefahr in Kansas City
Vor der Partie in Kansas City war fast ausschließlich das Wetter ein Thema gewesen. Der US-Wetterdienst NWS hatte starke Stürme und heftige Regenfälle angekündigt. Stunden vor dem Anpfiff gab es Wolkenbrüche und Gewitter. Das Fanfest am Donnerstagvormittag (Ortszeit) verlief zunächst bei gutem Wetter mit rund 25.000 Oranje-Fans im P&L District. Gegen Mittag setzten Regen und Donner ein, das Fanfest wurde gegen 14.00 Uhr (Ortszeit) geschlossen. Viele rechneten mit einem ähnlichen Szenario wie beim Spiel Frankreich gegen Irak in Philadelphia, das wegen Unwetters lange unterbrochen werden musste. Sogar eine Spielverschiebung stand im Raum.
Pünktlicher Anpfiff und Platz eins
Die Zuschauer wurden zunächst nicht ins Stadion gelassen, doch rund eineinhalb Stunden vor dem Anpfiff gab es Entwarnung. Die Gewitterwolken waren vorbeigezogen, die Partie konnte pünktlich angepfiffen werden. Die Niederlande brachten Platz eins unter Dach und Fach und fiebern nun dem K.-o.-Spiel gegen Marokko entgegen.



