Ukraine greift Russland mit 660 Drohnen an: Moskau und Krim betroffen
Ukraine greift Russland mit 660 Drohnen an

Die russische Luftabwehr hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht zum Freitag 660 ukrainische Drohnen abgeschossen. Drohnen seien über mehr als einem Dutzend Regionen zerstört worden, erklärte das Ministerium. Betroffen gewesen seien unter anderem die Region Moskau und die annektierte Halbinsel Krim. Die Zahl ist eine der höchsten seit Beginn des Konflikts. Innerhalb von etwa einer Stunde seien mindestens 28 auf Moskau zusteuernde Drohnen zerstört worden, erklärte Bürgermeister Sergej Sobjanin.

Selenskyj billigt 40-tägige Offensive

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Donnerstag nach Beratungen mit dem Geheimdienstchef eine 40-tägige Offensive gegen russische Ziele gebilligt. Ziel der Operation sei es, Druck auf den Aggressor auszuüben, um ein Ende des Krieges zu erzwingen, teilte Selenskyj auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Die Ukraine greift seit Monaten Objekte in Russland oder in den besetzten Gebieten an, wobei der Schwerpunkt auf der Ölindustrie liegt.

Ukrainischer Botschafter besorgt über AfD-Höhenflug

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, zeigt sich besorgt über die hohen Umfragewerte der AfD. „Das macht mir Sorgen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Als Botschafter könne er den Deutschen nicht sagen, wen sie wählen sollten. „Aber wenn einzelne Parteien so klar die russische Linie vertreten, wenn sie kein einziges Wort der Kritik an Russland richten, wenn ihre Vertreter auf Empfängen der russischen Botschaft lachend für Fotos posieren, kann ich das angesichts der vielen von Russen begangenen Kriegsverbrechen nicht akzeptieren.“ Auf die Frage, ob er Kontakte zu AfD-Abgeordneten oder der Parteispitze habe, sagte er: „Ich pflege keine Kontakte zu undemokratischen Parteien.“ Dass AfD-Abgeordnete zum St. Petersburger Wirtschaftsforum gereist waren, sei „eine Parteinahme für einen Aggressor und der Versuch, einen Vernichtungskrieg zu relativieren und zu rechtfertigen“. Mehrere AfD-Politiker hatten sich kürzlich bei dem unter Schirmherrschaft von Kremlchef Wladimir Putin organisierten Wirtschaftsforum für eine Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen Deutschland und Russland ausgesprochen.

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Explosionen in Kiew nach Raketenwarnung

In Kiew sind am Donnerstagabend während eines Luftalarms mehrere Explosionen zu hören gewesen. Zuvor hatten die ukrainische Luftwaffe und die Stadtverwaltung vor russischen ballistischen Raketen gewarnt, die in Richtung der Hauptstadt abgefeuert worden seien. Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte im Onlinedienst Telegram, im Bezirk Darnyzja seien Raketentrümmer auf einer Freifläche niedergegangen. Mindestens zwei Menschen wurden verletzt. Der Bezirk Darnyzja liegt im Südosten Kiews am linken Ufer des Dnipro und ist ein dicht besiedeltes Wohngebiet. Der Leiter der Militärverwaltung der Hauptstadt, Tymur Tkatschenko, erklärte, Russland habe „ballistische Raketen“ auf Kiew abgefeuert. Der Zeitpunkt des Angriffs war ungewöhnlich: Die russische Armee greift die Ukraine in der Regel nachts aus der Luft an.

Nato will neue Rüstungsaufträge in Milliardenhöhe

Die Nato will auf ihrem Gipfel im Juli in Ankara neue Rüstungsaufträge in zweistelliger Milliardenhöhe bekanntgeben. Dies kündigte Nato-Generalsekretär Mark Rutte bei einer Rede vor dem Atlantic Council in Washington an. Bei dem Spitzentreffen werde das Bündnis zudem seine Unterstützung für die Ukraine zusichern, sagte Rutte weiter. An dem Treffen werde auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilnehmen.

Weltbank-Hilfen für die Ukraine

Die Ukraine soll nach Angaben von Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko weitere 3,39 Milliarden US-Dollar (knapp drei Milliarden Euro) als Hilfen von der Weltbank bekommen. Die Abkommen seien bei der Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine in Danzig geschlossen worden, sagte Swyrydenko. Sie traf dort mit Weltbank-Präsident Ajay Banga zusammen. Den Angaben nach sind 2,35 Milliarden US-Dollar Zuschüsse zur Stabilisierung von Staat und Wirtschaft, 1,04 Milliarden US-Dollar werden als Kredit für wirtschaftliche Entwicklung gegeben, garantiert durch Großbritannien und Japan.

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Stromabschaltungen auf der Krim angekündigt

Als Reaktion auf ukrainische Drohnenangriffe haben die Behörden auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim weitere Stromabschaltungen angekündigt. „Die Energieinfrastruktur wurde durch feindliche Angriffe beschädigt, daher wird es auf der gesamten Krim zu vorübergehenden Stromausfällen kommen“, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow am Donnerstag mit. Die Unterbrechung der Stromversorgung erfolge „gezielt“ und je nach Bedarf. Aksjonow betonte, die Versorgung mit Lebensmitteln und wichtigen Medikamenten sei gesichert. In Sewastopol war am Mittwoch infolge der ukrainischen Angriffe der Strom ausgefallen. In der Nacht zum Donnerstag wurde die Krim erneut getroffen, dabei wurden laut Aksjonow zwei Menschen getötet, darunter ein Kind.

Russland schließt rumänisches Konsulat

Russland hat am Donnerstag die Schließung des rumänischen Generalkonsulats in St. Petersburg angeordnet. Das Außenministerium erklärte, dem rumänischen Konsul Cristian Istrate sei ein Dokument ausgehändigt worden, in dem er zur Persona non grata erklärt wurde. Zudem sei die „bevorstehende Schließung des Konsularbüros“ Rumäniens erklärt worden. Das Ministerium schrieb von einer „Reaktion“ auf die Entscheidung Rumäniens, seinerseits das russische Konsulat in Konstanza zu schließen. Das rumänische Außenministerium bezeichnete die Entscheidung Russlands als „vorhersehbar“.

Apple entfernt russisches Netzwerk VKontakte aus App Store

Nach dem in Russland weitverbreiteten Messengerdienst Max hat Apple auch das russische Online-Netzwerk VKontakte (VK) aus seinem App Store verbannt. Wie das Unternehmen VK am Donnerstag mitteilte, kann die App daher auf iPhones oder iPads weder neu heruntergeladen noch aktualisiert werden. Auf Geräten, auf denen die App bereits installiert sei, könne sie weiterhin genutzt werden. Auf Android-Geräten ist VK weiterhin „vollständig verfügbar“. Apple habe die Programme „ohne Vorwarnung und ohne eine Erklärung“ entfernt, so VK. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bezeichnete Apples Schritt als „bizarr“.

Ukrainische Firma will Raketenabwehrsystem bis Jahresende

Das ukrainische Rüstungsunternehmen Fire Point will nach einer Übereinkunft mit dem deutschen Partner Hensoldt den Aufbau eines europäischen Raketenabwehrsystems beschleunigen. Erste Abfangraketen des Typs FP-7X sollten Ende des Jahres einsatzbereit sein, sagte Fire-Point-Mitgründer Denys Schtylierman der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Hensoldt soll für das System sein Hochleistungsradar TRML-4D liefern. Fire Point warte auf die Genehmigung europäischer Regierungen, um Tests der Abfangraketen zu beginnen.