Ole Book startet als neuer BVB-Sportdirektor: „Fehlendes Puzzlestück“ für Dortmunds Aufbruch
An Selbstvertrauen mangelt es dem neuen Sportdirektor von Borussia Dortmund ganz sicher nicht. Ole Book, der Nachfolger des am Sonntag freigestellten Sebastian Kehl, steht vor enormen Herausforderungen in seinem Herzensclub. Die Erwartungen in Dortmund sind gewaltig, wie bereits bei seiner offiziellen Vorstellung deutlich wurde.
„Ordentlich Leben in der Bude“: Cramer und Ricken setzen auf Book
Clubchef Carsten Cramer machte bei der Präsentation des neuen Sportdirektors keine halben Sachen. „Bei uns ist ordentlich Leben in der Bude. Das gehört ja auch zur Kern-DNA beim BVB“, betonte Cramer, der Borussia Dortmund entschlossen wieder auf Titelreife trimmen möchte. Der BVB-Boss kündigte Book mit bedeutungsvollen Worten an: „Wir wollen nicht einfach nur den Resetknopf drücken, sondern wirklich ein Update starten.“
Cramer bezeichnete den 40-jährigen Book als „fehlendes Puzzlestück für den neuen BVB“. Sportchef Lars Ricken konkretisierte die Zielvorgabe: Die Dortmunder wollen wieder zu einem echten Widersacher von Bayern München werden. „Wenn wir etwas näher an die Bayern herankommen wollen, brauchen wir einen homogenen Kader. Dafür steht Ole“, erklärte Ricken.
Vom Zweitliga-Dorfclub zum Champions-League-Dauergast
Der Sprung könnte kaum größer sein: Von der SV Elversberg aus der saarländischen Provinz und der 2. Bundesliga wechselt Book direkt zu einem Champions-League-Dauergast. Doch der gebürtige Münsterländer aus Beckum, nur rund 60 Kilometer von Dortmund entfernt, zeigt sich unbeeindruckt. „Gute Fußballer sind auch Liga-übergreifend gute Fußballer. Die Vorgehensweise ist sehr ähnlich. Hier habe ich jetzt noch einmal ganz andere Möglichkeiten“, sagte Book.
Der frühere Zweitligaprofi wies darauf hin, dass er sich „sogar im internationalen Spitzenfußball“ in den vergangenen Jahren fortgebildet habe. Sein Selbstbewusstsein dokumentierte sich bereits in seinem Vertrag bei Elversberg, wo er sich eine Ausstiegsklausel nur für den BVB schreiben ließ. „Das zeugt von Selbstvertrauen und Weitsicht“, befand Ricken über diesen Schritt.
BVB-Fan seit Kindheitstagen
An Identifikation mit dem Verein wird es Book sicherlich nicht mangeln. Seit seinen Kindheitstagen ist der 40-Jährige BVB-Fan und verfolgte früher schon mit seinem Vater Spiele von der legendären Südtribüne aus. „Das war natürlich ein Traum“, gestand Book zu seinem neuen Job, bei dem das Rampenlicht deutlich greller ist als im beschaulichen Elversberg.
„Grundsätzlich werden mir die Herausforderungen in den nächsten Tagen und Wochen nicht ausgehen. Dessen bin ich mir bewusst“, sagte der Kehl-Nachfolger. Die BVB-Bosse wünschen sich von Book ein weniger zögerliches Vorgehen, das sie Kehl unterschwellig vorwarfen. Bereits Ende Januar nahmen sie deshalb Kontakt zu Book auf.
Klarer Auftrag: Mutiger und offensiver Fußball
Cramer zeichnete das Bild einer notwendigen Baustelle: „Wir sprechen nicht von einem kompletten Neubau. Wir haben ja ein schickes Haus. Aber es bietet noch Ausbau-Reserven.“ Book sieht das inhaltlich ähnlich: „Vielleicht gibt es ein paar Details, wo ich das Gefühl habe, dass wir den Kader noch etwas weiter entwickeln können.“
Was ihm vorschwebt, dürfte die Herzen der anspruchsvollen BVB-Fans höher schlagen lassen. „Der neue Weg wird sicher von einer gewissen Attraktivität geprägt sein“, versprach Book. „Ich stand und stehe für mutigen und offensiven Fußball.“
Erste Amtshandlung: Schlotterbeck-Vertragsverlängerung
Eine seiner ersten Amtshandlungen beschäftigt Book bereits mit einem gegenwärtigen BVB-Profi. Die wieder wahrscheinlicher gewordene Vertragsverlängerung mit Nico Schlotterbeck, die Kehl noch auf den Weg gebracht hatte, gilt es nun für den Neuen unter Dach und Fach zu bringen. „Ich bin da im Thema drin, habe Nico schon geschrieben“, berichtete Book.
Die BVB-Führung setzt mit der Verpflichtung von Ole Book ein deutliches Zeichen für den gewünschten Neuanfang. Der 40-Jährige soll seine Spürnase für unterbewertete Talente beweisen und Spieler zu Werten machen, die internationalen Ansprüchen genügen. „Perlen sind hier Spieler, die unterbewertet sind und sich bei Borussia Dortmund gut entwickeln“, definierte Book seine Aufgabe. Der Weg zurück an die deutsche und europäische Spitze beginnt mit einem Mann, der den BVB seit seiner Kindheit im Herzen trägt.



