Paralympics: Athleten zwischen Vollzeitjob und Spitzensport
Paralympics: Athleten zwischen Vollzeitjob und Spitzensport

Die Lebensrealitäten der deutschen Teilnehmer an den Paralympischen Spielen in Italien könnten unterschiedlicher kaum sein. Während einige Athleten durch Förderstellen finanziell abgesichert sind und sich voll auf den Sport konzentrieren können, müssen andere den Spitzensport neben einem Vollzeitjob meistern. Diese Kluft wird besonders im Vergleich zu internationalen Konkurrenten deutlich.

Para-Biathletin Anja Wicker, Mitglied des Zoll Ski Teams, betont den Luxus der Sportförderung: „Ich habe keine finanziellen Sorgen und kann in Ruhe meinem Sport nachgehen.“ Ihrer Ansicht nach sei es auf höchstem Niveau kaum möglich, nebenher einen Beruf auszuüben. Auch ihre Teamkollegin Leonie Walter profitiert von der Zoll-Stelle und der Sporthilfe. Ohne diese Unterstützung wäre es schwer, den Para-Sport finanziell zu stemmen.

Andere Athleten wie Para-Langläufer Steffen Lehmker, der als Berufsschullehrer arbeitet, haben einen anderen Weg gewählt. Für seine zweite Paralympics-Teilnahme hat er Sonderurlaub genommen. „Es ist schon schwer, überhaupt ein gewisses Niveau zu halten mit einem Beruf“, sagt er. Er trainiert deutlich weniger als geförderte Athleten und weiß, dass er nicht auf dem allerhöchsten Niveau konkurrieren kann.

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Besonders auffällig ist der Amateurstatus bei der Para-Eishockeymannschaft. Unter den 17 Spielern sind ein Arzt, ein Sozialarbeiter, ein Zimmermeister und ein Kaufmann. Felix Schrader, Angestellter im öffentlichen Dienst, sagte nach der 0:13-Niederlage gegen die USA: „Die Amerikaner verdienen damit ihr Geld und sind den ganzen Tag auf dem Eis. Wir sind Vollzeit-Arbeiter und messen uns mit Vollzeit-Profis, das sieht man dann auch am Ergebnis.“

Insgesamt kritisieren Athleten und Verbände die zu geringe Anzahl von Förderplätzen im Para-Sport. Laut Athletenvertretung gibt es derzeit nur 168 Para-Förderplätze, während rund 200 deutsche Sportler an Paralympics teilnehmen. Im olympischen Bereich stehen hingegen rund 1700 Förderplätze zur Verfügung. 196 deutsche Para-Athleten forderten in einer gemeinsamen Erklärung mehr Gelder und eine bessere Absicherung, mit dem Ziel, langfristig mindestens 200 Para-Förderplätze im Bundeshaushalt 2027 zu erreichen.

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