„Klare Worte gefunden“: Polzin sucht Gespräch mit Glatzel
Der Stürmer Robert Glatzel hat öffentlich seine geringe Einsatzzeit beim Hamburger SV bemängelt und damit für erhebliches Unverständnis im Klub gesorgt. Trainer Merlin Polzin reagierte prompt und suchte das direkte Gespräch mit dem Unzufriedenen.
Offenes Gespräch nach öffentlicher Kritik
„Es war jetzt nicht so, dass wir zusammen saßen und ich ihn jetzt für die nächsten Wochen verbannt habe oder ihm sofort gesagt habe: ‚Jetzt darfst du die nächsten acht Spiele von Anfang an spielen‘“, erklärte Polzin nach dem Treffen. „Sondern es war ein offenes, klärendes Gespräch.“ Der Trainer bestätigte zudem, dass Glatzels Vorstoß im Klub auch „eine Ebene höher“ zum Thema geworden sei. Insgesamt seien während des Austauschs „klare Worte“ gefallen.
Glatzels Unmut via Hamburger Morgenpost
Der Angreifer hatte seine Frustration über die mangelnde Spielzeit in einem Interview mit der Hamburger Morgenpost öffentlich gemacht. Schon nach der 0:1-Niederlage gegen Bayer Leverkusen Anfang März sei er in den Austausch mit Polzin gegangen, berichtete Glatzel. „Warum ich dann auch die nächsten beiden Spiele nur auf der Bank saß, kann ich nicht verstehen“, sagte der Stürmer deutlich. Polzin hatte in den vergangenen Partien dem Winter-Neuzugang Damion Downs wiederholt den Vorzug gegeben, obwohl der Ex-Kölner weiter auf seinen ersten Treffer im HSV-Trikot wartet.
Polzin betont Vereinsregeln
Der HSV-Trainer stellte unmissverständlich klar, dass zwar jedem Spieler seine persönliche Meinung zustehe. Diese derart in die Öffentlichkeit zu tragen, sei allerdings nicht der richtige Weg und lasse sich nicht mit den internen Regeln und der grundsätzlichen Haltung des Vereins in Einklang bringen. Ob Glatzel am kommenden Samstagabend im wichtigen Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund zum Kader zählen wird, ließ Polzin bewusst offen. Die Entscheidung über den Einsatz des Stürmers bleibt somit vorerst ungewiss.
Der Vorfall zeigt einmal mehr, wie sensibel das Thema Spielzeitverteilung im Profifußball sein kann und welche Spannungen entstehen, wenn Unzufriedenheit nicht intern, sondern öffentlich ausgetragen wird. Für den HSV kommt die Diskussion zu einem ungünstigen Zeitpunkt, da der Klub in der Bundesliga um wichtige Punkte kämpft.



