Alexandra Popp weint nach Pokalfinale: Abschied von der Trophäe
Popps Tränen: Abschied vom DFB-Pokal nach Finalniederlage

Ganz allein schlurft Alexandra Popp (35) über den Rasen in Köln. Der Kopf gesenkt, die Tränen laufen. Dann stoppt sie, beugt sich nach vorn und fängt bitterlich an zu weinen. So hat man selbst die emotionale Ikone des deutschen Frauenfußballs noch nie gesehen. Gerade hat sie das Pokalfinale mit Wolfsburg gegen die Bayern verloren. Mit 0:4. Ihre erste Endspiel-Niederlage nach 13 Siegen.

Popp erklärt ihre Tränen

„Es sind extrem viele Tränen geflossen“, befindet Popp dann etliche Minuten später, nachdem sie von Mitspielerinnen und Gegnerinnen getröstet worden war. Es war aus ihr herausgebrochen, „weil die Enttäuschung über die Niederlage so groß war“, sagt sie. „Und weil es mein letztes Pokalfinale gewesen sein kann. Ich hatte schon eine besondere Bindung zu diesem Wettbewerb.“

Kein anderer Mensch hat den nationalen deutschen Cup so oft gewonnen wie Popp, die auf dem Weg einmal über die Trophäe strich. „Ich habe den Pokal nicht gestreichelt, ich habe mich von ihm verabschiedet“, sagt die Stürmerin, die im Sommer zu Borussia Dortmund geht. Ihr Herzensklub spielt noch in der 3. Liga – und nicht um Titel. Also habe Popp nun bei ihrem vielleicht letzten Finale „alles noch mal intensiver wahrnehmen und genießen“ wollen. „Das Abschlusstraining, das Essen mit der Mannschaft. Jede Situation, in der sie Spaß mit den anderen hatte“, wie sie sagt.

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Bayern-Star rechnet mit Rückkehr von Popp

Die Worte der anderen klingen nach Abschied. „Poppi hatte eine überragende Serie im Pokal, ist eine überragende Spielerin. Es tut uns leid, dass wir ihr nicht den Abschied bereiten konnten, den sie als Spielerin und Mensch verdient gehabt hätte“, sagt Wolfsburgs Verteidigerin Sophia Kleinherne. Und Bayern-Angreiferin Klara Bühl meint: „Poppi kann unheimlich stolz auf ihre Karriere sein. Sie hat den Frauenfußball nach vorn gebracht und dem deutschen Fußball die Mentalität eingeimpft, die man für Erfolge braucht.“

Ob Bühl ihre ehemalige DFB-Kollegin vermissen werde, vermag sie nicht zu beantworten. Denn: „Eine Alex Popp hat erst aufgehört, wenn sie tatsächlich nicht mehr spielt. Sie geht zu einem Top-Verein. Vielleicht können wir sie nochmal in der Bundesliga erwarten.“

Popps Idee ist Bundesliga mit Dortmund

„Das“, so sagt Popp grinsend, „ist die Idee“. Für drei Jahre hat sie beim BVB unterschrieben. „Davon waren einige überrascht. Ich auch“, meint sie mit wiedergefundenem Lachen. „Wenn alles optimal läuft, hätte ich also noch zwei Jahre Bundesliga. Dann wäre ich wieder da.“ Aber: „Sowohl der BVB als auch ich müssen einkalkulieren, dass es auch mal eine Ehrenrunde gibt. Es ist nicht so einfach, durch die dritte und zweite Liga zu marschieren.“

Aber eines ist auch Popp klar: „Die Bundesliga werde ich erstmal schon vermissen …“

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