Später Ausgleich rettet Leverkusen Punkt gegen Mainz - Arthur-Verletzung überschattet Remis
Mit einem späten Treffer in der 88. Minute hat sich Bayer Leverkusen im Bundesliga-Heimspiel gegen den abstiegsbedrohten FSV Mainz 05 einen Punkt gesichert, doch die 1:1-Unentschieden wurde von einer schweren Verletzung überschattet. Vier Tage nach dem Einzug ins Achtelfinale der Champions League zeigte die Werkself unter Trainer Kasper Hjulmand gegen die defensiv starken Rheinhessen erneut Schwächen und ließ wertvolle Punkte liegen.
Mainz schockt mit schnellem Konter - Quansah rettet spät
Vor 30.210 Zuschauern im ausverkauften BayArena erzielte Sheraldo Becker in der 67. Minute die Führung für die Gäste. Nach einer schwachen Ecke Leverkusens schlug Mainz-Keeper Daniel Batz den Ball weit heraus, Paul Nebel bediente den frei stehenden Becker, der aus 15 Metern volley unhaltbar traf. Erst in der Schlussphase gelang Jarell Quansah nach einem Querpass von Christian Kofane der verdiente Ausgleich zum 1:1-Endstand.
Verletzung von Arthur wiegt schwerer als das Remis
Schwerer als das Punkteteilen wog für den Vizemeister die Verletzung von Verteidiger Arthur. Kurz vor der Halbzeitpause blieb der Brasilianer im Mittelfeld unglücklich im Rasen hängen und verdrehte sich das linke Knie. Unter dem Applaus der Zuschauer wurde Arthur mit Tränen in den Augen vom Platz getragen. Seine möglicherweise schwere Verletzung überschattete die gesamte Partie und zwang Leverkusen, die erste Halbzeit zu zehnt zu beenden.
Zähes Spiel mit wenigen Torchancen
Das Spiel entwickelte sich von Beginn an überaus zäh. Leverkusen, das zur Feier des 50. Jubiläums des ersten Fanclubs in weißen Sondertrikots auflief, tat sich schwer, ins Spiel zu finden. Mainz stand tief, ließ kaum Räume zu und wirkte nach Ballgewinnen zunächst gefährlicher. Paul Nebel sorgte in der 18. Minute für den ersten guten Abschluss, den Leverkusen-Keeper Janis Blaswich aber abwehren konnte.
Auf beiden Seiten fehlte es an Passgenauigkeit und dem letzten Zug zum Tor. Leverkusen suchte über viel Ballbesitz die Kontrolle, doch die Mainzer Defensive agierte eng und konzentriert. Ein harmloser Kopfball von Patrik Schick in der 37. Minute landete sicher in den Armen von Daniel Batz. Kurz vor der Pause reklamierte Leverkusen nach einem Handspiel im Strafraum einen Elfmeter, doch der Schiedsrichter entschied nach VAR-Check auf Abseits in der Entstehung der Szene.
Hjulmand gegen Ex-Arbeitgeber - Personalien auf beiden Seiten
Trainer Kasper Hjulmand bestritt sein 21. Bundesliga-Spiel als Bayer-Trainer - genauso oft hatte er 2014/15 auf der Mainzer Trainerbank gesessen. Er ließ Aleix Garcia erstmals seit September auf der Bank. Bei Mainz fehlte kurzfristig Toptorjäger und Ex-Bayer-Profi Nadiem Amiri mit einer Fersenverletzung, Danny da Costa saß erstmals unter Urs Fischer auf der Bank. Kapitän Silvan Widmer kehrte nach Gelb-Sperre zurück, und Sheraldo Becker feierte sein Startelf-Debüt - mit dem entscheidenden Führungstreffer.
Nach der Pause lief Leverkusen deutlich höher und aggressiver auf, doch Mainz hielt mit einer extrem sicheren Defensive weiterhin gut dagegen. Nach keinem einzigen Abschluss im zweiten Durchgang reagierte Hjulmand und brachte Martin Terrier und Ibrahim Maza, die bereits kurz darauf Patrik Schick in Szene setzten, der aber erneut an Batz scheiterte. Mit der Führung im Rücken stand Mainz defensiv weiterhin gut, bis Quansah in der Schlussphase doch noch die Lücke zum Ausgleich fand.



