Staatliche Bad Bank FMS steigert Gewinn trotz schwierigem Marktumfeld
In einer Zeit, in der die internationale Finanzkrise von 2008/09 fast in Vergessenheit geraten ist, zeigt sich, dass deren finanzielle Aufarbeitung noch nicht abgeschlossen ist – und besser verläuft als ursprünglich angenommen. Die bundeseigene FMS Wertmanagement, eine sogenannte Bad Bank, hat im vergangenen Jahr einen Nettogewinn von 40 Millionen Euro erzielt. Dies entspricht einer Steigerung von 23 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr, wie das Staatsunternehmen in München mitteilte.
Erfolgreiche Schrumpfung des Portfolios
Die Münchner Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) war während der Finanzkrise der größte Problemfall in Deutschland. Um größere Schäden zu verhindern, wurde das Unternehmen 2009 verstaatlicht. Während der gesunde Teil des Portfolios an die neu gegründete Deutsche Pfandbriefbank überging, übernahm die FMS die damals unverkäuflichen und ausfallgefährdeten Papiere. Im vergangenen Jahr schrumpfte das Portfolio ehemaliger HRE-Papiere um gut vier Milliarden Euro auf nunmehr 36,6 Milliarden Euro. Insgesamt sind laut FMS bereits über 80 Prozent der früheren HRE-Bestände verwertet, entweder durch Verkäufe oder weil die Papiere das Ende ihrer Laufzeit erreichten.
Profitabilität trotz Einschränkungen
Anders als eine normale Bank darf die FMS kein Neugeschäft tätigen, wodurch das Unternehmen kontinuierlich kleiner wird. Dennoch arbeitet sie weiterhin profitabel. Vorstandssprecher Christoph Müller und Finanzchefin Carola Falkner erwarten auch für das laufende Jahr ein mindestens ausgeglichenes Ergebnis. Die FMS hatte im Jahr 2010 HRE-Altlasten im Wert von knapp 176 Milliarden Euro übernommen, wobei der Bund ursprünglich mit Verlusten gerechnet hatte. In den vergangenen Jahren konnte die Bad Bank zeitweise sogar dreistellige Millionengewinne erzielen, auch wenn diese Zeiten nun vorbei sind.
Schrumpfende Belegschaft und Herausforderungen
Mit dem schrumpfenden Portfolio verkleinert sich auch die Belegschaft. Ende des vergangenen Jahres waren noch 276 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der FMS Wertmanagement und ihrer Servicegesellschaft beschäftigt. Dies entspricht nur noch der Hälfte des Höchststands aus dem Jahr 2014. Bis Ende 2027 soll die Belegschaft um weitere vierzig Prozent reduziert werden. Die verbleibenden Papiere sind jedoch schwer verkäuflich, da das Portfolio viele langlaufende Finanzierungen mit Fälligkeiten bis in die 2060er Jahre enthält. Die meisten Risikopositionen sind mit Derivaten abgesichert, und ein vorzeitiger Verkauf würde hohe Verluste durch die Auflösung dieser Sicherungsgeschäfte verursachen.



