Rangnicks Geheimwaffen: Ex-Bayern-Talent und BVB-Star für Österreichs WM-Mission
Österreichs Teamchef Ralf Rangnick kann vor der anstehenden Weltmeisterschaft 2026 auf zwei neue Geheimwaffen bauen, die in Deutschland bestens bekannt sind. Die Sehnsucht nach einer WM-Teilnahme war in Österreich kaum noch zu stillen, zuletzt hatte sich das Nachbarland 1998 für eine Endrunde qualifiziert. Dementsprechend groß war die Freude nach der gelungenen Qualifikation für die WM 2026.
Zwei prominente Verstärkungen für den ÖFB
Für eine erfolgreiche WM-Teilnahme hat Trainer Ralf Rangnick nun zwei prominente Verstärkungen an Land gezogen. Mit Paul Wanner, der auch für das DFB-Team hätte auflaufen können, und Carney Chukwuemeka vom BVB nominierte der deutsche Trainer erstmals zwei Akteure, die noch kein A-Länderspiel absolviert haben. Geradezu euphorisch schrieb OE24 von „Rangnicks Geheimwaffen“, die Hoffnungen auf einen Qualitätsschub sind groß. Auch in Deutschland sorgten die Neuzugänge für Aufmerksamkeit: Der Kicker schrieb von den neuen Möglichkeiten, die sich Rangnick nun bieten.
Chukwuemeka: Als U19-Europameister zur WM
Klar ist: Bei Wanner und Chukwuemeka handelt es sich um ein Duo mit großem Potenzial – auch wenn sie noch keine Erfahrung als A-Nationalspieler nachweisen können. Gerade noch rechtzeitig holte die Austria sie ins Boot: Eine Woche vor den Testspielen der österreichischen Nationalmannschaft am Freitag, dem 27.03., gegen Ghana und am Dienstag, dem 31.03., gegen Südkorea, gab die FIFA grünes Licht für die Spielberechtigung der beiden Offensivkünstler.
Chukwuemekas Österreich-Wahl war dabei eine Entscheidung mit langem Anlauf. Denn der 23-Jährige wurde zwar in Österreich geboren, seine Eltern stammen jedoch ursprünglich aus Nigeria. Er verbrachte seine Kindheit wiederum in England, wo er 2022 mit den Three Lions auf der Brust den Titel als U19-Europameister gewann und somit bereits einen internationalen Erfolg verbuchen konnte. „Es ist für mich einfach der richtige Schritt. Ich hatte mit dem Teamchef die letzten drei Jahre immer wieder Gespräche und jetzt war einfach der richtige Moment“, sagte Chukwuemeka dem ORF.
Großes Lob für Wanner
Er will dabei nicht abstreiten, dass die anstehende WM eine zentrale Rolle in seiner Entscheidungsfindung gespielt hat: „Es wäre eine große Ehre für mich. Österreich hat im Leben meiner Eltern eine große Rolle gespielt, speziell natürlich für meinen Vater. Ich kann es kaum erwarten, für Österreich zu spielen.“ Sollte er nun zum Einsatz kommen, wäre der 22-Jährige für Österreich festgespielt.
Auch bei Wanner setzte Rangnick derweil auf einen langen Atem. Über Monate – wenn nicht Jahre – hinweg versuchte der Coach, das einstige Talent vom FC Bayern von seiner WM-Mission zu überzeugen. „Er hat einen überragenden linken Fuß, ist einfach ein sehr, sehr guter Spieler, der entscheidende Dinge machen kann“, sagte Österreichs Sportdirektor Peter Schöttel über den 20 Jahre alten Doppelstaatsbürger bei OE24.
Wanner wäre noch nicht festgespielt
Weil er seinen 21. Geburtstag noch nicht vollendet hat, wäre Wanner übrigens mit einem Spiel noch nicht für den ÖFB festgespielt. Das wäre erst ab seinem vierten Einsatz der Fall, egal ob es sich um Pflicht- oder Testspiele handelt. Interessant: Wanner kann zwar wie auch Chukwuemeka hinter den Spitzen spielen, lief nach seinem Durchbruch bei der PSV Eindhoven aber häufig in einer tieferen Rolle auf.
Da Österreich mit Christoph Baumgartner bereits einen formstarken Zehner hat, ist ein Einsatz als Sechser auch hier durchaus möglich. Der positive Nebeneffekt wäre: Bayern Münchens Konrad Laimer könnte wie im Verein als Rechtsverteidiger auflaufen – wo er eine bärenstarke Saison spielt. „Das sind zwei sehr, sehr gute Spieler, das wissen wir. Es ist nicht selbstverständlich, dass sie für uns spielen“, ordnete Schöttel ein.
Konkurrenzkampf belebt das Team
Ganz egal, wo sie letztlich zum Einsatz kommen: Wanner und Chukwuemeka dürften den Konkurrenzkampf unter Rangnick kräftig beleben. Einen negativen Einfluss auf das bestehende Teamgefüge kann der ÖFB-Verantwortliche Schöttel nicht ausmachen: „Wenn Konkurrenz das Geschäft belebt, dann kann es nur gut sein. Ich finde es richtig gut, dass wir auf diese Weise viel Qualität dazubekommen haben.“
„Bist du deppad“: Bundesliga-Star lernt Deutsch
An Selbstvertrauen mangelt es gerade Chukwuemeka im Kampf um die Plätze nicht: „Ich bin technisch gut und kann helfen, Chancen herauszuspielen. Dazu bin ich auch in der Lage, zu schießen. Ich bin auf alle Fälle ein aufregender Spieler“, gab der ÖFB-Neuzugang zu Protokoll. Auch seine Wunschposition hat er bereits ausgemacht: „In dem System, das wir spielen, würde ich mich hinter den Spitzen sehen.“ Er ist in Rangnicks 4-2-3-1-System also der erklärte Herausforderer von Baumgartner.
Dass er dabei eventuell zunächst von der Bank kommen könnte, ist für ihn nicht neu: Der Spieler von Borussia Dortmund weist eine erstaunliche Statistik auf: Noch nie in seiner Profikarriere (97 Einsätze) absolvierte er eine Partie über die vollen 90 Minuten. Vielleicht klappt es ja im Trikot der österreichischen Nationalmannschaft auf dem Weg zur WM. Einzig die Sprache bereitet bei Chukwuemeka noch kleinere Probleme: „Ich spreche ein bisschen Deutsch, aber ich lerne immer mehr dazu. Aber eines kann ich schon: ‚Oida, bist du deppad.‘“



