Trainerbeben bei RB Leipzig: U19-Cheftrainer Heidinger muss gehen
Bei RB Leipzig hat ein überraschendes Trainerbeben im Nachwuchsbereich stattgefunden. Der Bundesligist wird sich nach Informationen der BILD-Zeitung am Ende der laufenden Saison von U19-Cheftrainer Sebastian Heidinger trennen. Der 40-jährige Ex-Profi, dessen Vertrag Ende Juni ausläuft, erhält keine Verlängerung – eine Entscheidung, die im Leipziger Fußballumfeld für Erstaunen sorgt.
Klub-Legende mit RB-DNA im Blut
Sebastian Heidinger gilt als Paradebeispiel der Leipziger Klub-Philosophie, eigene Trainer auszubilden. Nach seiner aktiven Karriere, in der er mit RB Leipzig von der Regionalliga in die 2. Bundesliga aufstieg und insgesamt 100 Spiele absolvierte, wurde er systematisch aufgebaut. Zunächst als Co-Trainer bei der U17 und U19 tätig, übernahm er ab September 2023 die Hauptverantwortung für die A-Jugend.
Unter seiner Führung schrieb Heidinger Klubgeschichte, als er die Mannschaft erstmals in die K.o.-Runde der Youth League führte. In der aktuellen Saison zählen seine Spieler zu den Titelkandidaten der Nachwuchsbundesliga. Erst am vergangenen Sonntag gelang ein spektakulärer 4:3-Last-Minute-Sieg gegen den FC Bayern München – eigentlich eine starke Leistung, die seine Position hätte festigen sollen.
Knallharte Entscheidung trotz Erfolgen
Statt einer Belohnung erhielt Heidinger jedoch zwei Tage nach dem Bayern-Sieg von Nachwuchschef David Wagner die Mitteilung über die Trennung zum Saisonende. Auch Co-Trainer Ronny Thielemann muss den Verein verlassen, dessen Vertrag ebenfalls nicht verlängert wird.
Diese Entscheidung fällt in eine Phase des Umbruchs im Leipziger Nachwuchsbereich. Erst im Januar holte der frühere Bundesliga-Trainer Wagner einen neuen Akademieleiter: Der Engländer Steve Weaver, ein alter Bekannter Wagners aus gemeinsamen Zeiten bei Norwich City, beerbte Bartosch Gaul, der nun in Hiroshima trainiert.
Für Sebastian Heidinger beginnt nun die Abschiedstour. Am Samstag um 14 Uhr bestreitet er mit seinem Team das Spiel gegen Hannover 96 – der Auftakt zu den noch fünf ausstehenden Gruppenspielen, die die Mannschaft möglicherweise bis ins Finale der Deutschen U19-Meisterschaft führen könnten. Ein bitterer Beigeschmack für den Trainer, der mit RB Leipzig tief verbunden ist und dessen Entwicklung maßgeblich mitgeprägt hat.



