Antonio Rüdigers Wandlung: Vom Problemfall zum Musterprofi im DFB-Team
Rüdigers erstaunliche Wandlung zum Musterprofi

Jonathan Tah ist der neue Abwehrchef der deutschen Fußball-Nationalmannschaft – das stellte Antonio Rüdiger kürzlich auf einer Pressekonferenz klar. Auf die Frage eines Journalisten, ob ihm diese Aussage schwergefallen sei, antwortete der 33-Jährige schlicht: „Dein Gefühl ist falsch.“ Rüdiger präsentierte sich in Winston-Salem tiefenentspannt, scherzte und antwortete pointiert auf kritische Fragen.

Wandlung nach schwieriger Saison

In der abgelaufenen Saison hatte Rüdiger vor allem bei Real Madrid mit groben Fouls, der sogenannten Kopf-ab-Geste gegenüber Fans und Wutausbrüchen negative Schlagzeilen geschrieben. Bundestrainer Julian Nagelsmann setzte ihn zwischenzeitlich auf Bewährung. Doch in den letzten Wochen scheint der Verteidiger eine bemerkenswerte Wandlung durchgemacht zu haben – obwohl er sportlich nur noch die Nummer drei in der Innenverteidigung des DFB-Teams ist.

Akzeptanz der neuen Rolle

Jahrelang war Rüdiger der Chef in der Abwehrkette, doch bei der WM in Nordamerika ist für ihn kein Platz in der Startelf vorgesehen. Nagelsmann teilte ihm diese Entscheidung im März vor dem Testspiel in der Schweiz mit. Rüdiger betont: „Ich habe die Situation akzeptiert, wie sie ist.“ Bei seinem Auftritt im deutschen Camp wurde deutlich, dass er dies nicht nur sagt, sondern auch so meint. Er sparte nicht mit Lob für Mitspieler wie Felix Nmecha, Nathaniel Brown oder die „jungen Hüpfer“ Jamal Musiala und Florian Wirtz.

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Lob für die Konkurrenz

Besonders hob Rüdiger die Leistungen seiner direkten Konkurrenten Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck hervor. Tahs Entwicklung nötige ihm großen Respekt ab, Schlotterbeck sei „bissig in Zweikämpfen“ und habe einen „überragenden Spielaufbau“. Er schloss mit den Worten: „Es sei den Jungs gegönnt.“ Rüdiger tritt so auf, wie Nagelsmann es von seinem Vizekapitän erwartet – Teamgeist steht für den Bundestrainer über allem.

Gute Vibes und Teamgeist

„Keiner sitzt gerne auf der Bank, aber in der Nationalmannschaft ist es etwas ganz anderes als im Verein. Wir alle haben hier nur ein Ziel, jeder ist wichtig. Und wenn man von außen Input geben kann, ist das umso besser“, sagte Rüdiger. „Es geht darum, mit den Leuten Spaß zu haben und gute Vibes zu verbreiten.“ Der 83-malige Nationalspieler versprüht gute Laune im Training, pushte von außen beim Sieg über Curaçao und war stets einer der Ersten beim Feiern – bei Deniz Undavs Torjubel schloss er sich spontan an. In seinen 17 Minuten Spielzeit war er von Sekunde eins an präsent.

Reflektierte Einstellung

Es scheint, als habe Rüdiger aus seinen Fehlern gelernt. Auf seine umstrittene Wahrnehmung in der Öffentlichkeit angesprochen, antwortete er reflektiert: „Ich respektiere Meinungen und bin selbst kein Kind von Traurigkeit. Ich habe viele Interviews gegeben und nehme seriöse Meinungen wahr und ernst.“ Warum er in sozialen Medien der Buhmann sei, wisse er nicht, sei für ihn aber in Ordnung. „Ich sehe etwas Positives darin, dass mein Name sehr viele Klicks generiert. Manchmal ist schlechte Presse auch gute Presse“, sagte Rüdiger, der sich lieber mit der „realen Welt“ befasst.

Vertragsverlängerung bei Real Madrid

In der Realität verlängerte der Verteidiger am Dienstag seinen Vertrag bei Real Madrid – trotz eines schwierigen Jahres voller Verletzungen. „Ich habe mich zurückgekämpft. Ich wollte fit werden und mir meinen neuen Vertrag verdienen – und das hab‘ ich“, so Rüdiger. Auch für das DFB-Team ist er weiterhin wichtig. Nagelsmann lobte ihn einst: „Er schützt die Familie Nationalelf extrem und ist unglaublich committet.“ Vor dem zweiten Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste am Samstagabend (22 Uhr, ZDF und MagentaTV) dürfte Rüdigers Auftreten dem Team weiteren Schub geben. „Wir wollen gewinnen und uns frühzeitig für die K.o.-Phase qualifizieren, absolut“, betont er.

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