Real Madrid vor entscheidendem City-Duell: Trainer Arbeloa unter massivem Druck
Die erleichterten Worte von Trainer Álvaro Arbeloa verdeutlichen den derzeit angespannten Zustand von Real Madrid möglicherweise ungewollt. "Das ist Real Madrid, Kampf bis zum Ende", erklärte der Coach nach dem knappen Sieg gegen Celta Vigo. "Das ist hoffentlich wirklich ein Wendepunkt, dass alles ab jetzt besser läuft." Doch vor dem Champions-League-Kracher gegen Manchester City am Mittwochabend (21.00 Uhr/DAZN) stehen die Königlichen vor enormen Herausforderungen.
Schwache Liga-Ergebnisse und interne Probleme belasten Real
Real Madrid hatte zuletzt zweimal in der spanischen Liga verloren und die Tabellenführung an den Erzrivalen FC Barcelona abgeben müssen. Der späte Sieg in der Nachspielzeit beim Mittelklasse-Team Celta Vigo konnte nur bedingt überzeugen. Der Stuhl von Trainer Arbeloa wackelt nach gerade einmal zwei Monaten im Amt gehörig, zumal Real in der Liga nur Zweiter ist und im Pokalwettbewerb bereits gescheitert ist.
Hinzu kommen interne Querelen und externe Eklats, die das Team belasten. Der Rassismus-Skandal um Beleidigungen gegen Vinícius Júnior in Lissabon schlug hohe Wellen, und nur eine Woche später stand Antonio Rüdiger in den Schlagzeilen, als ihm sein Gegenspieler absichtliche Körperverletzung vorwarf. Der Nationalspieler hatte den bereits am Boden liegenden Diego Rico vom FC Getafe mit dem Knie im Gesicht getroffen.
Champions League als letzte Rettung für Arbeloa?
Bleibt also die Champions League als traditioneller Haus-und-Hof-Wettbewerb der Königlichen. Torhüter Thibaut Courtois zeigte sich siegessicher: "Es kann ein großer Abend werden", meinte der Belgier. Spieler und Fans müssten nach Ansicht des wohl einzigen Madrilenen in Normalform bei 200 Prozent sein. "Ich bin mir sicher, dass wir gewinnen", betonte Courtois.
Doch die Verletzungssorgen bei Real sind groß. Superstar Kylian Mbappé ist seit gut zwei Wochen unpässlich und ließ sich mit seinen Knieproblemen lieber in Paris statt in Madrid behandeln. Ob der 27-Jährige Ex-Weltmeister am Mittwochabend auflaufen kann, ist völlig unklar.
Manchester City mit aufsteigender Formkurve
Bei Manchester City dürfte hingegen Erling Haaland auf dem Platz stehen. Der Norweger wurde beim Pokalerfolg in Newcastle wegen Knöchelproblemen geschont und wird im Achtelfinal-Hinspiel mit Verteidiger Rüdiger zu tun bekommen. Trainer Pep Guardiola zeigte sich zuversichtlich: "Wir haben Erfahrung mit Triplen", sagte der City-Coach. "Man muss im entscheidenden Moment der Saison einfach da sein."
Für Guardiola gehe es nicht primär ums Verlieren oder Gewinnen: "Wir müssen wir selbst sein. Darauf liegt mein Fokus auf den größten Bühnen." In der englischen Meisterschaft läuft es für City zwar ähnlich bescheiden wie für Real, doch die Formkurve zeigt nach oben und das Team kann noch drei Titel gewinnen.
Späte Tore als einzige Konstante unter Arbeloa
Auf jeden Fall muss Manchester City wachsam bis zum Schluss sein. Denn eine Qualität hat Real Madrid unter Xabi Alonsos Nachfolger Arbeloa entwickelt: späte Tore. In sieben der bisher 13 Spiele während der Amtszeit des 43-Jährigen traf Real nach der 80. Minute. So auch beim erhofften Wendepunkt in Vigo, als Federico Valverde in der vierten Minute der Nachspielzeit den entscheidenden Treffer erzielte.
Ob diese späten Tore jedoch gegen das disziplinierte Star-Ensemble von Manchester City ausreichen werden, bleibt fraglich. Das Duell im Estadio Santiago Bernabéu wird nicht nur über das Weiterkommen in der Champions League entscheiden, sondern möglicherweise auch über die Zukunft von Trainer Álvaro Arbeloa bei den Königlichen.



