Gernot Rohr kritisiert Afrika-Cup-Entscheidung als 'fast unmenschlich'
Rohr: Afrika-Cup-Entscheidung 'fast unmenschlich'

Benins Trainer Gernot Rohr verurteilt Afrika-Cup-Entscheidung scharf

Der Nationaltrainer von Benin, Gernot Rohr, hat mit deutlichen Worten auf die jüngsten Entwicklungen beim Afrika-Cup reagiert. In einem exklusiven Interview mit der Zeitung Rheinpfalz bezeichnete der erfahrene Trainer die Vorgänge rund um das Finale als "eine unglaubliche Sache, die nie hätte passieren dürfen". Seine Kritik richtet sich insbesondere gegen die zeitliche Verzögerung bei der Entscheidungsfindung.

Nachträgliche Titelaberkennung sorgt für Empörung

Der afrikanische Fußballverband CAF hatte dem Senegal am Dienstag den Kontinental-Titel wieder aberkannt, nachdem die Mannschaft während des Endspiels gegen Marokko vor 57 Minuten den Platz verlassen hatte. Obwohl die senegalesische Mannschaft nach einer Unterbrechung zurückkehrte und durch ein Tor in der Nachspielzeit mit 1:0 gewann, entschied der Verband nun für eine nachträgliche Aberkennung.

"Der Schiedsrichter hätte diese Entscheidung bereits während des Spiels treffen müssen", betonte Rohr nachdrücklich. "Wenn eine Mannschaft zwanzig Minuten nicht mehr auf dem Platz ist, muss man klar sagen: Jetzt ist Schluss. Diese Gelegenheit wurde leider verpasst."

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Emotionale Belastung für die Spieler

Besonders bedauert der 72-jährige Trainer die psychologische Belastung für die betroffenen Spieler: "Man stelle sich nur vor, wie sich die Spieler des Senegal fühlen müssen, die jetzt zwei Monate nach dem Finale den Titel weggenommen bekommen. Diese Situation ist fast unmenschlich." Rohr, der seit 2023 die Nationalmannschaft von Benin trainiert und im Achtelfinale des Turniers an Ägypten scheiterte, sieht in dem Vorfall einen schweren Schaden für den Fußball.

"Ich finde es zutiefst bedauerlich für den Fußball in Afrika und der gesamten Welt, dass so etwas überhaupt passieren konnte", fügte der gebürtige Mannheimer hinzu. Für Rohr, der mit Benin bereits seine fünfte Trainerstation in Afrika absolviert, steht fest: Solche kontroversen Entscheidungen untergraben die Glaubwürdigkeit des Sports und belasten die beteiligten Athleten unnötig.

Die Diskussion um angemessene Schiedsrichterentscheidungen und zeitnahe Regelanwendungen wird durch diesen Vorfall erneut entfacht. Experten befürchten, dass ähnliche Situationen in Zukunft vermieden werden müssen, um die Integrität des Wettbewerbs zu wahren und die Spieler vor emotionalen Belastungen zu schützen.

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