Von Alfred Draxler: Der Mittwoch bei der WM 2026 steht ganz im Zeichen der alten Männer – genauer gesagt der ewig jungen Superstars. Lionel Messi spielte am Morgen mit Titelverteidiger Argentinien gegen Algerien. Er wird während der WM 39 Jahre alt. Cristiano Ronaldo, der ebenfalls seine sechste WM bestreitet, trifft im Alter von 41 Jahren auf Kongo. Luka Modric, der ewige Dirigent Kroatiens, ist mit 40 Jahren gegen England im Einsatz. Und da Manuel Neuer mit 40 Jahren gerade sein Comeback in der deutschen Nationalmannschaft feierte, kann man sagen: Im internationalen Spitzenfußball ist 40 das neue 30.
Erfahrung ersetzt Zweikampf und Sprint
Ich bewundere diese alten Männer. Forever Young! Die Erfahrung ersetzt manchmal den Zweikampf, das Auge den Sprint. Doch wer in diesem Alter noch auf Weltklasse-Niveau spielt, muss ein ganz Großer sein. Möglich ist das nur mit eiserner Disziplin. Ronaldo, der 228 Länderspiele absolviert hat, investiert täglich drei bis vier Stunden in Kraft-, Ausdauer- und Erholungseinheiten – zusätzlich zum Mannschaftstraining. Dass er eitel ist und stolz auf seinen Waschbrettbauch, sei ihm gegönnt. Messi (173 Länderspiele) wirkt dagegen eher klein und schmächtig, doch Bilder zeigen ihn, wie er mit einer Gewichtsweste an der Klimmzugstange arbeitet, als wäre es ein Kinderspiel – mit zusätzlichem Gewicht zwischen den Beinen.
Früher war alles anders
Früher wurde auf medizinische Betreuung weniger Wert gelegt. In den frühen 1970er Jahren gab es in der Bundesliga vor dem Spiel noch ein fettes Steak, und jeder Klub hatte nur einen einzigen Masseur für alle Spieler. Auch in der Nationalmannschaft war das so: Viele Jahre war Erich Deuser mit seinem elastischen „Deuser-Band“ zur Rehabilitation der einzige Ansprechpartner. Bei der WM 1974 sorgte Franz Beckenbauer dafür, dass wenigstens tageweise ein zweiter Masseur die Muskeln der späteren Weltmeister knetete.
Rundumversorgung heute
Bei der WM 2026 gibt es für die Spieler eine Rundumversorgung. Die deutsche Mannschaft wird von zwei Ärzten, vier Physiotherapeuten und einem Sportpsychologen betreut. Wer weiß – vielleicht werden junge Spieler wie Wirtz oder Musiala unter diesen Bedingungen eines Tages ebenfalls 40-jährige Weltklassespieler. Forever Young!



