Sebastian Rudy reflektiert über seine kurze Bayern-Periode
Der ehemalige deutsche Nationalspieler Sebastian Rudy hat in einem ausführlichen Interview Einblicke in seine durchwachsene Zeit beim FC Bayern München gegeben. Der Mittelfeldspieler, der im Sommer 2017 zum Rekordmeister wechselte, äußerte sich sowohl über die positiven als auch die enttäuschenden Aspekte seiner nur einjährigen Verweildauer beim deutschen Serienmeister.
„Ich hätte gerne länger für den FC Bayern gespielt“
„Ich habe mich damals riesig über das Angebot gefreut und musste nicht lange überlegen“, erklärte der heute 35-Jährige im Gespräch mit Spox. „Leider ist es nur ein Jahr geworden. Ich hätte gerne länger für den FC Bayern gespielt. Aber das ist immer auch eine Frage der jeweiligen Trainer und Verantwortlichen.“
Rudy verriet, dass sich der damalige Technische Direktor Michael Reschke besonders für seine Verpflichtung starkgemacht hatte. „Vor dem Transfer habe ich mich viel mit ihm unterhalten“, so der Ex-Profi. Von Anfang an sei ihm klar gewesen, dass er nicht für die Startelf eingeplant sei, aber als Kaderspieler regelmäßig zu Einsätzen kommen würde.
Ancelotti-Entlassung als Wendepunkt
In der Anfangsphase der Saison 2017/18 hatte Rudy unter Trainer Carlo Ancelotti noch regelmäßig Spielzeit erhalten. „Leider wurde er dann bald entlassen“, bedauerte der Mittelfeldspieler. Die Entlassung des Italieners nach einer 0:3-Niederlage in der Champions League bei Paris Saint-Germain markierte einen entscheidenden Wendepunkt.
„Für mich war alles ein bisschen unglücklich“, analysierte Rudy. „Ich hatte schon im Vorfeld Unruhe gespürt. Die betroffenen Spieler waren angefressen. Und grundsätzlich ist es natürlich schwierig, als FC Bayern 0:3 in Paris zu verlieren.“ Die Geschwindigkeit der Entlassung habe ihn überrascht: „Dass es mit Ancelottis Entlassung danach so schnell geht, hätte ich nicht gedacht.“
Persönlich bedauerte Rudy die Entwicklung: „Ich hätte noch viel von ihm mitnehmen können. Ich fand es schade.“
Kovac-Ära und der Weggang
Mit dem Amtsantritt von Niko Kovac als neuem Bayern-Trainer im Sommer 2018 zeichnete sich schnell ab, dass Rudy keine Zukunft mehr beim Verein hatte. „In der Vorbereitung 2018 war schnell klar, dass der neue Trainer nicht mit mir plant. Also musste ich handeln“, erklärte der Fußballprofi. „Ich wollte meine Blütezeit nicht auf der Bank verbringen.“
Gescheitertes Schalke-Engagement
Nach seinem Abgang vom FC Bayern wechselte Rudy zum FC Schalke 04, wo sich der frühere Nationalspieler jedoch nie richtig zurechtfand. „Das war ein beidseitiges Missverständnis“, gab er offen zu. „Es ist nicht nur Schalke Schuld, dass es schiefgegangen ist - auch ich habe sicherlich dazu beigetragen.“
Trotz der enttäuschenden Erfahrung zog Rudy positive Lehren aus dieser Zeit: „Ich habe aus dieser Zeit viel mitgenommen. Ich bin als Persönlichkeit gereift und habe gelernt, besser mit Druck umzugehen. Das hat mich abgehärtet. Seitdem lasse ich vieles nicht mehr so nah an mich heran. Man kann mich nicht leicht unterkriegen.“
Die Reflektionen des ehemaligen Bayern-Profis bieten einen seltenen Einblick in die Mechanismen des Profifußballs und zeigen, wie schnell sich Karriereverläufe durch Trainerwechsel und taktische Entscheidungen verändern können.



