Rummenigge lobt Infantino: 'Er hat ein Fußballherz' – Hoeneß sieht das anders
Rummenigge lobt Infantino, Hoeneß kritisiert FIFA-Chef

Zehn Jahre FIFA-Präsident: Rummenigge lobt Infantino, Hoeneß kritisiert scharf

Die beiden Bayern-Legenden Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß sind sich selten uneinig – doch beim Thema FIFA-Präsident Gianni Infantino gehen ihre Meinungen weit auseinander. Anlässlich des bevorstehenden zehnjährigen Dienstjubiläums von Infantino, der am 26. Februar 2016 zum FIFA-Chef gewählt wurde, äußerte sich Rummenigge in einem Interview des Weltverbands lobend über den Schweizer.

Rummenigge: 'Ich habe Gianni immer geschätzt'

Karl-Heinz Rummenigge, Aufsichtsrat des FC Bayern, betonte die Fußballleidenschaft von Infantino. 'Ich glaube erst mal: Er hat ein Fußballherz. Das ist ja schon mal nicht bei jedem Fußballfunktionär vorhanden – habe ich festgestellt aus eigener Erfahrung', sagte der 70-Jährige. Er hob hervor, dass Infantino sich nicht nur für die Einnahmenseite interessiere, sondern wirklich für den Sport. 'Ich habe Gianni immer geschätzt. Auch wenn er mal sauer war auf mich oder ich sauer war auf ihn: Wir haben immer zu einer fairen, seriösen Lösung am Ende gefunden.'

Rummenigge, der von 2008 bis 2017 Vorsitzender der europäischen Club-Vereinigung ECA (heute EFC) war, erinnerte an die Zusammenarbeit mit Infantino, der von 2009 bis 2016 Generalsekretär der UEFA war. 'Grundsätzlich war die ECA damals ja eine Erfindung der UEFA. Gianni Infantino war als Generalsekretär hier sehr aktiv tätig. Eigentlich würde ich ihn als Founder der ganzen Geschichte bezeichnen.'

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Hoeneß: Preisverleihung an Trump 'wirkte deplatziert'

Im Gegensatz dazu hatte Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern, vor gut einer Woche in einem 'Bild'-Interview Kritik an Infantino geübt. Besonders die Verleihung des neu geschaffenen FIFA-Friedenspreises an US-Präsident Donald Trump bei der WM-Auslosung im Dezember missfiel ihm. 'Mit dieser Preisverleihung kann ich nichts anfangen, sie wirkte deplatziert', sagte Hoeneß. Er forderte, dass sich Infantino als FIFA-Präsident auf den Fußball konzentrieren solle. 'Ich erwarte von ihm, dass er den Fußball immer in den Vordergrund stellt und alles andere zweitrangig behandelt.'

Erst vor wenigen Tagen hatte ein Auftritt von Infantino bei der ersten Sitzung von Trumps umstrittenem Friedensrat für Aufsehen gesorgt. Der Schweizer nahm vorn auf dem Podium Platz, in der Nähe von Argentiniens Präsident Javier Milei und Ungarns Regierungschef Viktor Orbán. Der Friedensrat wurde von Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos gegründet und soll globale Konflikte lösen, ist aber nicht ausschließlich auf den Gazastreifen fokussiert.

Die unterschiedlichen Positionen der beiden Bayern-Granden unterstreichen die kontroverse Wahrnehmung von Infantinos Amtsführung nach einem Jahrzehnt an der Spitze des Weltfußballverbands.

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