Rummenigge fordert Reformen im Fußball-Beratergeschäft: 'Ein Rattenrennen'
Der langjährige Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat sich in einem aktuellen Interview des Fußball-Weltverbandes FIFA zu den drastisch gestiegenen Ausgaben für Spielerberater geäußert. Er fordert dringend Reformen in diesem Bereich, da die finanzielle Entwicklung aus dem Ruder laufe.
Abschaffung von Beratern ist 'Nonsens'
Rummenigge hält nichts von der Idee, Berater komplett abzuschaffen, wie es beispielsweise der frühere Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer zuletzt vertrat. „Es macht keinen Sinn, irgendwelche Dinge anzuzetteln und zu sagen: Wir müssen die Berater abschaffen. Das ist für mich eine Nonsens-Geschichte“, erklärte der 70-Jährige. Berater seien ein fester Bestandteil des Fußballgeschäfts und könnten nicht einfach eliminiert werden.
Stattdessen plädiert Rummenigge für eine konstruktive Zusammenarbeit. FIFA, UEFA, Clubs, Ligen und Berater müssten sich an einen Tisch setzen und offen, ehrlich sowie korrekt miteinander sprechen. Er warnt jedoch vor den wachsenden Abhängigkeiten: „Wir geraten immer mehr in Abhängigkeiten von Beratern – und der Einfluss auf Spieler ist mittlerweile ungeheuerlich.“
Hoeneß kündigt härtere Gangart an
Sein Kollege im Bayern-Aufsichtsrat, Uli Hoeneß, hatte zuletzt eine härtere Gangart des deutschen Fußball-Rekordmeisters angekündigt. Hoeneß kritisierte, dass Berater zunehmend allein bestimmen würden, wie es läuft, und ihr Beitrag stehe in keinem Verhältnis mehr zur Honorierung.
Unmoralische Ausgaben und ein verlorener Kreislauf
Rummenigge wies auf die exorbitanten Ausgaben für Berater hin. „Wir haben bei Transferausgaben mittlerweile Zahlungen an Berater, die sind – ich würde mal sagen – unmoralisch“, sagte er. Beim letzten Transfermarkt hätten Berater 1,37 Milliarden Dollar eingenommen. Dieses Geld sei nicht mehr im Fußball-Kreislauf, „sondern es ist weg“.
'Ein Rattenrennen' am Transfermarkt
Rummenigge beschreibt die Dynamik am Transfermarkt als eskalierend. „Wir sind alle ein Stück weit, ich nenne es mal ,verrückt’ am Transfermarkt. Es ist wie ein Rattenrennen, das da mittlerweile stattfindet“, erklärte er. Die Clubs seien offensichtlich bereit, alles zu tun, um die gewünschten Spieler zu bekommen, was zu einem ungesunden Wettbewerb führe.
Insgesamt betont Rummenigge die Dringlichkeit von Reformen, um die finanzielle Nachhaltigkeit im Fußball zu gewährleisten und das Beratergeschäft in geordnete Bahnen zu lenken.



