RWE-Trainer Gerber: Thüringenderby wird historisch – Fan-Boykott
RWE-Trainer: Derby ohne Fans – historisch

Das bevorstehende Thüringenderby zwischen Rot-Weiß Erfurt und Carl Zeiss Jena wird in die Geschichte eingehen – allerdings aus einem traurigen Grund. Erstmals werden die Erfurter Fans nicht zu diesem prestigeträchtigen Duell reisen. Grund dafür ist die Entscheidung der Stadt Jena, das Gästekontingent auf lediglich 800 Tickets zu begrenzen. Als Reaktion darauf hat Rot-Weiß Erfurt einen Boykott beschlossen: Der Gästeblock bleibt leer.

Trainer Gerber äußert Verständnis und Kritik

RWE-Trainer Fabian Gerber (46) zeigt sich zwiegespalten. „Das wird für uns natürlich auch eine komische Situation werden“, gesteht er. Dennoch unterstützt er die Entscheidung des Vereins grundsätzlich: „Natürlich muss der Fußball wieder friedlicher werden, doch kollektiv Fans auszusperren, ist nicht der richtige Weg“, betont Gerber. Stattdessen plädiert er für intensivere Kontrollen und überarbeitete Sicherheitskonzepte. Er verurteilt die Gewaltausbrüche der vergangenen Jahre, insbesondere den Raketenbeschuss beim letzten Derby. „Das gehört da nicht hin, das verurteilen wir. Und wenn man sieht, was jetzt in Prag los war, das ist geisteskrank“, so Gerber mit Blick auf die Randale im Prager Derby zwischen Sparta und Slavia, bei dem Fans mit Pyro-Fackeln den Platz stürmten.

Appell für mehr Sicherheit im Stadion

Gerber richtet einen eindringlichen Appell an alle Beteiligten: „Wir müssen wieder dahin kommen, dass Familien mit ihren Kindern ohne Angst ins Stadion gehen können. Das muss auch in so einem Derby bei aller Rivalität möglich sein.“ Die Erfurter Fans planen trotz des Boykotts eine Reise nach Jena: Um 11 Uhr startet eine angemeldete Demonstration am Westbahnhof, die durch die Innenstadt führt. Das Spiel selbst werden sie nicht im Stadion verfolgen; nach der Demo kehren sie direkt nach Erfurt zurück, wo die Partie auf einer Großbildleinwand übertragen wird.

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Respekt vor dem Rivalen

Für Carl Zeiss Jena geht es in diesem Derby um alles: Mit einem Sieg könnte der Verein Meister werden. Gerber zeigt Respekt vor der Leistung des Rivalen: „Wir fahren da jetzt aber nicht hin, um Jena in die Titelsuppe zu spucken. Wir fahren dahin, weil wir das Spiel für unsere Fans gewinnen wollen. Dass der FCC jetzt noch da oben dabei ist, nötigt mir Respekt ab. Wenn du bis zum Ende die Chance hast, Meister zu werden, dann hast du es auch verdient“, sagt Gerber abschließend.

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