Leroy Sané: Defensiv gefordert, offensiv harmlos gegen Elfenbeinküste
Sané: Defensiv gefordert, offensiv harmlos gegen Elfenbeinküste

Leroy Sané stand beim zweiten WM-Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste erneut in der Startelf und war defensiv stark gefordert, offensiv jedoch weitgehend harmlos. Der 31-Jährige, der nach dem Auftaktsieg gegen Curaçao kritisiert worden war, konnte auch diesmal keine Akzente nach vorne setzen.

Defensive Verantwortung gegen schnelle Außenstürmer

Schon in der dritten Minute musste Sané mit hohem Tempo in die eigene Hälfte zurückeilen, um Joshua Kimmich gegen die pfeilschnellen Außenstürmer der Ivorer zu unterstützen. Besonders Yan Diamonde vom Bundesligisten RB Leipzig bereitete der deutschen Abwehr Probleme. In der 37. Minute führte ein Sprint Diamondes zur Führung der Elfenbeinküste, als er Kimmich hinter sich ließ und von der Grundlinie in die Mitte passte. Sané war zwar in der Nähe, konnte aber nicht verhindern, dass die Afrikaner in Führung gingen.

„Es war ein Spiel, in dem wir viel Defensivarbeit leisten mussten, und Leroy hat seine Aufgabe dort gut erfüllt“, sagte Bundestrainer Julian Nagelsmann nach der Partie. „Er hat sich in den Dienst der Mannschaft gestellt und alles gegeben.“

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Kritik nach dem Auftaktspiel und mangelnde Torbeteiligung

Beim 7:0-Auftaktsieg gegen Curaçao war Sané der einzige offensive Spieler, der weder als Torschütze noch als Vorbereiter an einem Treffer beteiligt war. Eine große Chance vor dem Tor ließ er ungenutzt. Dies nährte die Kritik an seiner oft als zu nonchalant empfundenen Spielweise. Nach dem Kantersieg waren die kritischen Stimmen zwar nicht massiv, aber deutlich vernehmbar, da es sonst wenig zu kritisieren gab.

„Er ist immer der Erste, der jubelt, der ein großes Vertrauen in seine Mitspieler hat“, sagte Kapitän Joshua Kimmich über Sané. „Manchmal reißt er schon die Arme hoch, bevor der Ball im Tor ist. Das zeigt mir, dass es ihm ums große Ganze geht.“

Nagelsmann verteidigt Sané gegen öffentliche Kritik

Nagelsmann hatte vor dem Spiel auf ein generelles Problem im Umgang mit Sané hingewiesen: „Wenn man erst einmal in einer bestimmten Schublade steckt, dann wird alles, was man ansatzweise in diese Richtung sieht, um ein Vielfaches schlimmer bewertet.“ Der Bundestrainer betonte, dass Sané im Team sehr beliebt sei und er sich nicht von externen Meinungen treiben lasse.

Sané war nach einer eher mäßigen Saison bei Galatasaray Istanbul überraschend in den WM-Kader berufen worden – eine Entscheidung, die als kontrovers galt. Erst durch den Ausfall von Lennart Karl wurde er zum Stammspieler.

Auswechslung und Wendepunkt

In der 60. Minute wurde Sané gegen Jamie Leweling ausgewechselt. Nur sieben Minuten später fiel der Ausgleich für Deutschland durch Deniz Undav nach einer Flanke von der rechten Seite – genau der Position, auf der Sané zuvor gespielt hatte. Am Ende gewann Deutschland 2:1 und zog ins Sechzehntelfinale ein.

Sanés WM-Bilanz nach zwei Spielen: 78 Länderspiele insgesamt, aber noch kein Tor oder Assist bei diesem Turnier. Nagelsmann zeigte sich dennoch zufrieden: „Er soll das spielen, was er kann. Dann werden wir viel Freude haben.“

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