Schiedsrichter erstattet Strafanzeige nach massiven Drohungen
Der italienische Fußball-Schiedsrichter Federico La Penna hat nach einer Reihe von Morddrohungen gegen sich und seine Familie Strafanzeige erstattet. Der 42-jährige Unparteiische war nach einer offensichtlichen Fehlentscheidung beim Spitzenspiel zwischen Inter Mailand und Juventus Turin massiven Anfeindungen in den sozialen Netzwerken ausgesetzt.
Umstrittene Gelb-Rote Karte im Spitzenspiel
Beim 3:2-Heimsieg von Inter Mailand gegen Juventus Turin im San-Siro-Stadion hatte La Penna am Samstagabend eine höchst umstrittene Entscheidung getroffen. Kurz vor der Halbzeitpause zeigte er dem bereits verwarnten Juventus-Spieler Pierre Kalulu nach einem vermeintlichen Foul die Gelb-Rote Karte und wies ihn damit vom Platz. Aus den Zeitlupenaufnahmen ging jedoch eindeutig hervor, dass Kalulu seinen Gegenspieler Alessandro Bastoni überhaupt nicht berührt hatte.
Da der Video-Schiedsrichter gemäß den aktuellen Regularien nur bei direkten Platzverweisen eingreifen darf, blieb es bei dieser folgenschweren Fehlentscheidung. Diese Situation sorgte naturgemäß für erheblichen Gesprächsstoff in der italienischen Fußballszene und weit darüber hinaus.
Eskalation durch Morddrohungen
Die sportliche Kontroverse eskalierte jedoch vollends, als Federico La Penna in den folgenden Stunden massive Drohungen gegen seine Person und seine Familie erhielt. Der erfahrene Schiedsrichter, der seit 2018 in der Serie A pfeift und von Beruf eigentlich Rechtsanwalt ist, sah sich gezwungen, an seinem Wohnort Rom Strafanzeige zu erstatten.
La Penna, der verheiratet ist und zwei kleine Kinder hat, berichtete von besonders üblen und konkreten Morddrohungen, die er nicht auf sich sitzen lassen wollte. Nach italienischen Medienberichten empfahl die Polizei dem Schiedsrichter sogar, vorerst zu Hause zu bleiben und besondere Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.
Ermittlungen laufen an
Inzwischen haben die zuständigen Behörden die Ermittlungen aufgenommen und verfolgen die Herkunft der Drohungen. Dieser Fall wirft ein grelles Schlaglicht auf die zunehmende Aggressivität gegenüber Schiedsrichtern im Profifußball und die gefährlichen Auswüchse der Fußballleidenschaft in Italien.
Die italienische Schiedsrichtervereinigung hat sich bereits solidarisch mit ihrem Kollegen gezeigt und fordert entschlossene Maßnahmen gegen solche Formen der Bedrohung. Der Fall La Penna zeigt deutlich, wie schnell sportliche Kontroversen in existenzielle Bedrohungssituationen umschlagen können.



