Vorfreude auf Gelsenkirchen: Preußens Trainer mit positiver Grundstimmung
Mit einem optimistischen Gefühl und ausgezeichneter Laune bereitet sich Preußens Neu-Coach Alois Schwartz auf den Zweitliga-Kracher beim Spitzenreiter Schalke 04 in Gelsenkirchen vor. Der 59-jährige Trainer blickt trotz einer persönlich negativen Bilanz gegen die Königsblauen mit Vorfreude auf das Sonntagsspiel.
Historische Niederlagen gegen Schalke
Viermal musste sich Alois Schwartz in seiner bisherigen Trainerlaufbahn mit Schalke 04 auseinandersetzen – und erlitt mit seinen damaligen Vereinen Sandhausen, Hansa Rostock und Nürnberg jeweils Niederlagen. Die Ergebnisse lauteten 1:2, 2:5, 0:2 und 2:3. Dennoch tritt der Münsteraner Coach am Sonntag um 13:30 Uhr mit positiven Erinnerungen in der Veltins-Arena an.
Ein prägendes Aufstiegserlebnis von 1991
Die Niederlagen als Trainer hat Schwartz längst aus seinem Gedächtnis gestrichen. Stattdessen denkt er an ein besonderes Ereignis aus dem Jahr 1991 zurück. Damals spielte er selbst noch erfolgreich als Zweitliga-Profi für die Stuttgarter Kickers. Mit diesem Team schaffte er am Saisonende sogar die Relegation zur Bundesliga gegen den FC St. Pauli.
Nach einem 1:1 in Hamburg gab es auch daheim im Stadion Degerloch dasselbe Ergebnis. Schwartz, der in seiner Karriere 85 Erst- und 128 Zweitligaeinsätze absolvierte, erzielte dabei sogar die Führung für die Schwaben. „Ein echtes Traumtor,“ sagt er noch heute mit leuchtenden Augen, „zumal ich als defensiver Mittelfeldspieler ansonsten eher selten getroffen habe.“
Entscheidungsspiel im Parkstadion
Das entscheidende Relegationsspiel wurde schließlich auf neutralem Boden – ins Parkstadion nach Gelsenkirchen – verlegt. Die Partie endete mit einem 3:1-Sieg der Stuttgarter Kickers. Der Bundesliga-Aufstieg war damit perfekt. Ausgerechnet auf Schalke!
Nicht zu vergessen ist, dass Schwartz nach dem Erstliga-Aufstieg mit den Kickers 1992 auch das Meisterschaftsspiel bei den Königsblauen mit 2:1 gewann. „Es ist wichtig, immer die positiven Dinge im Kopf zu behalten. Genau deshalb ist meine Vorfreude auch so groß,“ erklärt der Trainer.
Herausforderung für das Tabellenschlusslicht
Schwartz ist sich durchaus bewusst, wie schwer die Aufgabe für seinen taumelnden „Adlerträger“ beim Spitzenreiter werden wird. „Es gibt keine größere Diskrepanz, als wenn das Liga-Schlusslicht beim Tabellenführer antritt,“ sagt er, „aber im Fußball ist nichts unmöglich.“
Bereits in der Hinrunde konnten sich die Preußen – damals noch unter Vorgänger Alexander Ende – ein verdientes 0:0 erkämpfen. Dies gelang trotz einer Roten Karte für Keeper Johannes „Jojo“ Schenk wegen einer Notbremse gegen Schalke-Stürmer Moussa Sylla in der 55. Minute, wodurch die Mannschaft über eine halbe Stunde in Unterzahl spielte.
Defensive Stabilität als Schlüssel
Schenk, der zuletzt zweimal ohne Gegentor blieb (jeweils 0:0 in Kiel und gegen Fürth), steht erneut zwischen den Pfosten. Der Torwart ist heiß auf ein „Gegentorlos-Triple“. Die Systemumstellung unter Schwartz, der größten Wert auf eine stabile Defensive legt, kommt ihm dabei entgegen.
„Ich fühl‘ mich gut und sicher damit. Auch, weil die Jungs vor mir zuletzt alles konsequent wegverteidigt haben. Vielleicht klappt das ja auch vor 60.000 Fans – darunter rund 7000 aus Münster – in der Arena,“ so Schenk.
Personelle Situation beider Teams
Die Gastgeber müssen weiter auf ihren verletzten Top-Stürmer Edin Dzeko verzichten. Mittelfeldregisseur Kenan Karaman, der unter der Woche noch angeschlagen war, meldete sich dagegen am Freitag hundertprozentig fit.
Auch für Preußen Münster ist Stürmer Oscar Vilhelmsson keine Option. Der Schwede leidet unter Adduktoren-Problemen. Die Preußen reisen zudem ohne ihre „Kreuzband-Opfer“ Malik Batmaz, Antonio Tikvic und Simon Scherder an. Ob Offensivspieler Joshua Mees, der zuletzt im Training wegen leichter muskulärer Beschwerden kürzertrat, zumindest eine Kaderoption ist, entscheidet sich möglicherweise erst kurz vor Anpfiff.



