Der Wirbel um Folarin Balogun hat das Achtelfinale zwischen den USA und Belgien überschattet. Ex-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger und Ex-Schiedsrichter Lutz Wagner äußerten sich kritisch gegenüber der FIFA. Schweinsteiger sagte als ARD-Experte: „Es darf nicht dazu kommen, dass Staaten eingreifen. Das geht nicht.“ Der Vorgang werfe ein schlechtes Licht auf den Fußball-Weltverband.
Der Fall Balogun: Rote Karte und Aufhebung
Balogun hatte im WM-Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowiza die Rote Karte gesehen. Die FIFA setzte die Sperre des Stürmers jedoch zur Bewährung aus. So konnte US-Trainer Mauricio Pochettino den 25-Jährigen im Achtelfinale gegen Belgien einsetzen. Die 1:4-Niederlage des Mitgastgebers verhinderte Balogun jedoch nicht.
Besonders kritisch gesehen wurde ein Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino. Ex-Schiedsrichter Lutz Wagner zeigte sich „geschockt“: „Durch diesen Eingriff ist ein Präzedenzfall geschaffen worden, der der Glaubwürdigkeit des Sports generell schadet.“
Regelwerk und Auswirkungen
Wagner erklärte, dass es die Möglichkeit gebe, eine Entscheidung zu kippen, wenn ein offensichtlicher Irrtum vorliege. „Das war hier aber nicht der Fall. Die Rote Karte war berechtigt.“ Für die Schiedsrichter werde es durch diesen Fall nicht einfacher, meinte der 63-Jährige vor dem Spiel.
Das Duell zwischen den USA und Belgien wurde vom jordanischen Schiedsrichter Adham Makhadmeh gut und souverän geleitet, befand Wagner nach dem Spiel.



