In einem packenden Gruppenspiel der Fußball-Weltmeisterschaft haben sich Südafrika und Tschechien mit einem 1:1-Unentschieden getrennt. Beide Mannschaften wahren damit ihre Chancen auf den Einzug in die K.o.-Runde. Vor 67.442 Zuschauern im Mercedes-Benz Stadium in Atlanta erzielte Michael Sadilek in der 6. Minute die frühe Führung für die Tschechen. Der Ausgleich gelang Teboho Mokoena per Handelfmeter in der 83. Minute.
Historischer Einsatz einer Schiedsrichterin
Erstmals bei einer Männer-WM pfiff mit Tori Penso eine Schiedsrichterin. Die 39-jährige US-Amerikanerin ist erst die zweite Frau in der Geschichte der Männer-Weltmeisterschaft, die ein Endrundenspiel leitete. Zuvor war die Französin Stephanie Frappart vor vier Jahren in Katar beim Spiel Deutschland gegen Costa Rica im Einsatz. Penso, die unter anderem das letzte Frauen-WM-Finale pfiff, zeigte eine souveräne Leistung. Neben ihr ist mit Katia Garcia aus Mexiko eine weitere Schiedsrichterin im Aufgebot.
Tschechien mit Bundesliga-Power
Tschechiens Trainer Miroslav Koubek reagierte auf die Auftaktniederlage und rotierte kräftig, brachte gleich fünf neue Spieler. Im Angriff stellte er dem Leverkusener Patrik Schick den Hoffenheimer Adam Hlozek zur Seite. Diese Maßnahme zahlte sich früh aus: Hlozek setzte sich auf der rechten Seite durch, passte flach in die Abwehr, wo Alexandr Sojka den Ball gedankenschnell auf Sadilek weiterleitete, der aus kurzer Distanz traf. Wie schon im Eröffnungsspiel gegen Mexiko lag Südafrika früh zurück – diesmal sogar drei Minuten früher.
Südafrika kämpft sich zurück
Der WM-Gastgeber von 2010 präsentierte sich spielerisch verbessert, aber die gefährlichen Abschlüsse fehlten. Oswin Appollis kam mit einem Schuss aus 20 Metern dem Ausgleich am nächsten (13. Minute). Als Tschechiens Torwart Matej Kovar kurz vor der Pause eine Flanke fallen ließ (45.+4), waren die Südafrikaner nicht schnell genug zur Stelle. Nach der Pause hatte der frühere Hertha-Profi Vladimir Darida das 2:0 auf dem Fuß, doch sein Schuss wurde geblockt (47.). Auch Sadilek scheiterte an der Abwehr (59.).
Der Ausgleich fiel schließlich durch einen Handelfmeter, nachdem Pavel Sulc einen Schuss von Thapelo Maseko im Strafraum mit dem Arm blockte. Mokoena ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte sicher. Beide Teams haben nun zwei Punkte und wahren ihre Chance auf das Achtelfinale.



