Vom Reservisten zum Defensivpfeiler: Seiwalds Entwicklung bei RB Leipzig
Ralf Rangnick (67) gilt als Architekt des phänomenalen Aufstiegs von RB Leipzig. Innerhalb von nur fünf Jahren führte der heutige österreichische Nationaltrainer den Verein von der vierten Liga bis in die prestigeträchtige Champions League. Die von ihm etablierten Strukturen und Entwicklungsprozesse wirken bis heute nach – bei einem Spieler sogar in besonderem Maße.
Rangnicks Vertrauen als Wendepunkt
Nicolas Seiwald (24) repräsentiert das letzte bleibende Vermächtnis Rangnicks in Leipzig. Während der Österreicher in seinen ersten beiden Spielzeiten bei RB Leipzig lediglich eine Nebenrolle einnahm und unter Ex-Trainer Marco Rose (49) kaum Perspektiven erhielt, setzte Rangnick parallel dazu in der österreichischen Nationalmannschaft konsequent auf den jungen Defensivspieler.
Seiwald betont: „Ralf Rangnick hat einen enormen Einfluss auf meine Karriere gehabt. Er glaubte stets an mich und gab mir das nötige Vertrauen sowie die Bestätigung, dass ich die Qualität besitze, um auch in Leipzig zu überzeugen.“
Der unauffällige Leistungsträger
Mittlerweile hat sich Seiwald zu einem kaum ersetzbaren Element in der Defensive von RB Leipzig entwickelt. Kürzlich absolvierte er beim Auswärtsspiel in Bremen seinen 100. Pflichtspieleinsatz für den Verein. Das Besondere an seiner Rolle: Der Defensivspezialist erbringt konstante Leistungen, ohne dabei im Rampenlicht zu stehen.
„Es sollen andere die Aufmerksamkeit erhalten. Ich konzentriere mich darauf, meine Aufgaben zu erfüllen, meinen Mitspielern den Rücken freizuhalten und die notwendige Drecksarbeit zu erledigen“, erklärt Seiwald bescheiden. Im taktischen System von Trainer Ole Werner (37) ist seine Bedeutung aktuell größer denn je.
Vielseitigkeit als Trumpf
Beim 2:1-Erfolg in Bremen bewies Seiwald seine Flexibilität, als er nach der Verletzung von Castello Lukeba (23) während des Spiels in die Innenverteidigung rückte. Diese Position könnte er auch im anstehenden Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach übernehmen müssen.
Diese Entwicklung stellt ein bemerkenswertes Kuriosum dar. Während für Seiwald in seinen Anfangsjahren bei RB Leipzig kaum Platz im Team zu sein schien, würden ihn einige Verantwortliche intern mittlerweile am liebsten klonen. Seiwald resümiert: „Im Nachhinein betrachtet ist es eine schöne Bestätigung, dass sich die tägliche Arbeit auszahlt. Trotz einiger Rückschläge hat es sich gelohnt, beharrlich zu bleiben.“
Eine Entwicklung, die maßgeblich auf das Mentoring von Ralf Rangnick zurückzuführen ist und die nachhaltige Wirkung des Trainers auf den Verein unterstreicht.



