Völler kontert Sammers Kritik an Nagelsmanns Frauengespräch
Im Vorfeld des hochkarätigen Pokalduells zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern München hat DFB-Sportdirektor Rudi Völler (66) eine klare Stellungnahme zur aktuellen Debatte um Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) abgegeben. Der ehemalige Nationalspieler widerspricht damit deutlich den kritischen Äußerungen von Matthias Sammer (58), dem aktuellen Berater von Borussia Dortmund.
Die Kontroverse um Nagelsmanns Offenheit
Auslöser der Diskussion war Nagelsmanns ehrliches Eingeständnis, in der Debatte um Stürmer Deniz Undav seine Ehefrau Lena um Rat gefragt zu haben. Nach dem 2:1-Testspielsieg gegen Ghana hatte der Bundestrainer sich trotz Undavs Siegtor kritisch über den Angreifer geäußert, später jedoch eine Entschuldigung nachgesetzt – wie er offen zugab, nach einem Gespräch mit seiner Gattin.
Sammer hatte diese Offenheit zwar als sympathisch bewertet, jedoch professionell infrage gestellt: „Das macht ihn auf der einen Seite sympathisch, auf der anderen Seite – hochprofessionell betrachtet – würde ich sagen: Julian, das gehört hier nicht her.“
Völlers deutliche Positionierung
Völler, der noch bis nach der EM 2028 einen Vertrag beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) besitzt, antwortete auf die Frage, ob er Sammers Aussagen nachvollziehen könne, mit einem klaren „Nein“. „Ich habe es auch gelesen, aber ich habe heute Morgen noch mit Julian telefoniert. Also im Grunde muss ich darüber schmunzeln“, so der Sportdirektor.
Er ergänzte mit Nachdruck: „Ich weiß ja, wie Matthias das meint. Er ist auch ein großer Analytiker, macht das ja auch wunderbar. Aber da hat er natürlich definitiv nicht recht.“ Völler zog dabei einen überraschenden Vergleich: „Also, wenn das jetzt das Problem in Deutschland ist, wenn der Bundeskanzler mit seiner Frau was bespricht ...“
Historische Beispiele und persönliche Erfahrungen
Der DFB-Sportdirektor untermauerte seine Position mit konkreten Beispielen aus der Fußballgeschichte und eigenen Erfahrungen:
- Otto Rehhagel: „Ohne seine Beate hat er keinen Transfer gestemmt.“
- Berti Vogts: „Selbst Berti Vogts hat, glaube ich, auf seine Frau gehört, damals Oliver Bierhoff mitzunehmen.“
- Persönlicher Bezug: „Ich mache das auch immer.“
Nagelsmanns Reaktion und Lernprozess
Völler schilderte detailliert Nagelsmanns Reflexionsprozess nach der Undav-Kritik: „Da hat er natürlich nicht ganz so souverän reagiert, wie er das gerne gehabt hätte und wir das gerne gehabt hätten. Das hat er dann später schon in der Kabine dann bereut.“
Der Sportdirektor betonte den konstruktiven Ausgang: „Da ist schon der Gedanke gereift, dass er den Deniz anruft. Und natürlich hat er auch mit seiner Frau darüber gesprochen. Das ist ja super, was er jetzt gemacht hat.“ Abschließend stellte Völler die rhetorische Frage: „Warum soll er nicht mit seiner Frau mal ein paar Dinge besprechen?“
Die Stellungnahme des erfahrenen DFB-Funktionärs unterstreicht nicht nur seine Unterstützung für den Bundestrainer, sondern wirft auch grundsätzliche Fragen über die Rolle privater Beratung im professionellen Sportmanagement auf.



