Senegal fordert internationale Korruptions-Untersuchung nach Afrika-Cup-Entscheidung
Die Regierung Senegals hat nach der umstrittenen Aberkennung des Afrika-Cup-Titels eine unabhängige internationale Untersuchung wegen möglicher Korruption gefordert. In einer scharfen Erklärung vom Mittwoch kritisierte Regierungssprecherin Marie Rose Khady Fatou Faye zudem die Entscheidung des afrikanischen Fußballverbands CAF, Marokko nachträglich zum Afrikameister zu ernennen.
„Grob rechtswidrig und zutiefst ungerecht“
„Diese Entscheidung ist grob rechtswidrig und zutiefst ungerecht“, erklärte Faye in der offiziellen Stellungnahme. „Indem die CAF ein Ergebnis infrage stellt, das am Ende eines ordnungsgemäß ausgetragenen und gemäß den Spielregeln gewonnenen Spiels erzielt wurde, untergräbt sie ihre eigene Glaubwürdigkeit erheblich.“
Die Regierungssprecherin forderte konkret eine Untersuchung „innerhalb der Führungsgremien des CAF“, um mögliche Korruptionsvorwürfe aufzuklären. Der afrikanische Fußballverband hatte dem Senegal am Dienstag den Kontinental-Titel aberkannt, was zu erheblichen Protesten im westafrikanischen Land führte.
Dramatisches Finale mit umstrittener Elfmeterentscheidung
Hintergrund der Kontroverse ist das Afrika-Cup-Finale vom 18. Januar, bei dem die senegalesische Mannschaft nach einer umstrittenen Elfmeterentscheidung für Marokko zunächst vom Platz gegangen war. Nach einer längeren Unterbrechung kehrte das Team wohl auch auf Drängen von Kapitän Sadio Mané zurück und gewann schließlich durch ein Tor in der Nachspielzeit mit 1:0.
Die nun erfolgte Aberkennung dieses hart erkämpften Sieges hat in Senegal nicht nur bei den Fans, sondern auch auf höchster politischer Ebene für Empörung gesorgt. Die Regierung positioniert sich damit klar hinter ihrer Nationalmannschaft und dem nationalen Fußballverband.
Rechtliche Schritte bereits eingeleitet
Bereits in der Nacht zu Mittwoch hatte der senegalesische Fußballverband angekündigt, „so bald wie möglich“ Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne einzulegen. Diese rechtliche Initiative wird nun durch die politische Forderung nach einer Korruptions-Untersuchung ergänzt.
Die Entwicklung stellt einen der größten Skandale in der jüngeren Geschichte des afrikanischen Fußballs dar und wirft grundlegende Fragen zur Integrität der Entscheidungsprozesse innerhalb des Kontinentalverbands auf. Die senegalesische Regierung betonte in ihrer Erklärung, dass es nicht nur um den Titelgewinn gehe, sondern um grundlegende Prinzipien der Fairness und Transparenz im Sport.
Die internationale Fußballgemeinschaft verfolgt die Entwicklung mit Spannung, da der Fall weitreichende Auswirkungen auf die Glaubwürdigkeit des afrikanischen Fußballs haben könnte. Die Forderung nach einer unabhängigen Untersuchung unterstreicht das Misstrauen, das in die Entscheidungsprozesse der CAF gesetzt wird.



