Sicherheitsbedenken und Iran-Krieg belasten WM-Playoffs in Mexiko
Sicherheitsbedenken und Iran-Krieg belasten WM-Playoffs

Sicherheitsbedenken und Iran-Krieg belasten WM-Playoffs in Mexiko

Nur wenige Wochen nach einer verheerenden Gewaltwelle steht Mexiko als Gastgeber der internationalen WM-Playoffs vor einer angespannten Generalprobe. In den Stadien von Guadalajara und Monterrey werden in dieser Woche die letzten beiden Tickets für das XXL-Fußball-Turnier mit 48 Teams im Sommer vergeben. Die Veranstaltung ist jedoch von brisanten Nebenschauplätzen überschattet: Neben erheblichen Sicherheitsbedenken im Land bereitet der anhaltende Iran-Krieg einem Teilnehmer erhebliche Probleme bei der Anreise.

Die Sicherheitslage in Mexiko bleibt angespannt

Ende Februar wurde der mächtige Drogenboss Nemesio Oseguera Cervantes bei einem Militäreinsatz getötet, was zu schweren Gewaltausbrüchen seiner Anhänger führte. Bei den Unruhen kamen mehr als 70 Menschen ums Leben, was erhebliche Zweifel an der Eignung Mexikos als Austragungsort aufkommen ließ. Zwar hat sich die Sicherheitslage im Land inzwischen wieder normalisiert, doch bedeutet dies auch, dass die Drogenkartelle ihre Geschäfte wie gewohnt fortsetzen und es an bestimmten Orten regelmäßig zu Schießereien kommt.

Die Bewohner der drei WM-Gastgeberstädte – Mexiko-Stadt, Monterrey und Guadalajara – können im Großen und Ganzen wieder ein normales Leben führen. Präsidentin Claudia Sheinbaum hat eine umfassende Sicherheitsgarantie für die Fußball-WM abgegeben. Mehr als 100.000 Soldaten, Polizisten und private Sicherheitskräfte sollen im Sommer für einen sicheren Ablauf sorgen, unterstützt von Drohnen, Militärflugzeugen und Sprengstoffspürhunden. FIFA-Präsident Gianni Infantino erklärte, er habe „volles Vertrauen“ in die mexikanischen Ausrichter.

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Vorbereitungen schreiten trotz Herausforderungen voran

Trotz einiger Verzögerungen bei Bauarbeiten im Bereich Mobilität und Verkehrsanbindung hat die Regierung versichert, dass alle Infrastrukturprojekte rechtzeitig zur WM fertiggestellt werden. Dazu zählt beispielsweise eine neue Zugverbindung zwischen Mexiko-Stadt und dem weit entfernten Flughafen AIFA. In der Millionen-Metropole ist Verkehrschaos an der Tagesordnung, weshalb die Regierung derzeit mit Taxifahrern und Vertretern von Fahrdienst-Apps verhandelt, die sich um das Recht streiten, Fahrgäste am internationalen Flughafen abzuholen.

Die Teams und ihre Chancen auf WM-Tickets

In zwei Pfaden werden insgesamt zwei WM-Tickets vergeben. Aufgrund der Weltranglistenplatzierung gibt es nur ein Halbfinale am Donnerstag, während die beiden bestplatzierten Mannschaften bereits automatisch für das Endspiel am Dienstag qualifiziert sind.

  • Pfad A (Guadalajara): Sieger Neukaledonien/Jamaika gegen DR Kongo
  • Pfad B (Monterrey): Sieger Bolivien/Suriname gegen Irak

Für Neukaledonien und Suriname wäre es die erste WM-Teilnahme überhaupt. Bolivien (zuletzt 1994), Jamaika (1998), die Demokratische Republik Kongo (1974, damals Zaire) und der Irak (1986) wollen sich nach langen Durststrecken endlich wieder qualifizieren. Die Tickets für die Playoff-Spiele sind deutlich günstiger als für die WM und teilweise für weniger als 17 US-Dollar (rund 14,65 Euro) erhältlich.

Auf den Listen für Einreiseverbote des US-Außenministeriums steht bislang keiner der sechs Kandidaten, wobei diese Listen ständig aktualisiert werden. Sollte eines der Länder bis zur WM noch auf die Liste gesetzt werden, könnte für Fans bei der Einreise eine Kaution von bis zu 15.000 Dollar fällig werden, die erst bei ordnungsgemäßer Ausreise zurückerstattet wird.

Der Sieger aus Guadalajara spielt bei der WM in der Gruppe K ebenfalls im Akron-Stadion und trifft in den USA unter anderem auf Portugal. Wer sich in Monterrey durchsetzt, kommt in die hochklassig besetzte Gruppe I mit Frankreich, Senegal und Norwegen. Die Spiele finden in Kanada und den USA statt.

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Strapaziöse Anreise für das irakische Team

Der anhaltende Iran-Krieg hat direkte Auswirkungen auf die Playoffs. Die irakische Nationalmannschaft reiste unter äußerst schwierigen Umständen an, da das Land, das an den Iran grenzt, im Zuge des Nahost-Konflikts täglich Angriffen mit Drohnen und Raketen ausgesetzt ist. Weil der irakische Luftraum seit etwa drei Wochen gesperrt ist, musste das Team unter strikten Sicherheitsvorkehrungen auf dem Landweg ins benachbarte Jordanien reisen, um von dort mit einem Privatflugzeug nach Mexiko zu gelangen.

Wegen des Krieges wandte sich der Präsident des irakischen Fußballverbands, Adnan Dardschal, bereits im Vorfeld in einem Brief an die FIFA. Er erklärte, das irakische Team stehe aufgrund der aktuellen Lage vor erheblichen Hürden für das Turnier in Mexiko. Der Weltverband lehnte eine Verlegung des Spiels jedoch aufgrund des engen Terminkalenders ab.

DR Kongo reist mit 100 Fans an

Die Fußballnationalmannschaft der Demokratischen Republik Kongo hat nach Angaben des Sportministeriums keine Angst, in Mexiko zu spielen. Man vertraue den Bemühungen der FIFA und der mexikanischen Behörden, die Sicherheit während des Turniers zu gewährleisten. Das Team reiste am Sonntag gemeinsam mit 100 Fans nach Mexiko, um sich eines der begehrten WM-Tickets zu sichern.