Der FC Southampton ist vom entscheidenden Spiel um den Aufstieg in die Premier League ausgeschlossen worden. Die englische Fußballliga (EFL) schloss den Zweitligisten am Dienstagabend vom Finale gegen Hull City am Samstag aus. Grund sind Spionagevorwürfe: Southampton hatte heimlich das Training des Gegners Middlesbrough gefilmt. Zudem wird der Verein in der nächsten Saison mit vier Punkten Abzug bestraft.
Die finanziellen Folgen des Urteils treffen auch den 1. FC Nürnberg. Nach Informationen von BILD hätte der Club bei einem Aufstieg der „Saints“ rund eine Million Euro zusätzlich für den ehemaligen Spieler Caspar Jander erhalten. Der 23-jährige Mittelfeldspieler war 2025 für eine Rekordablöse von zwölf Millionen Euro nach Southampton gewechselt. Ohne den Aufstieg dürfte auch die mögliche Ablöse für den wechselwilligen Münsteraner geringer ausfallen, da Nürnberg eine Weiterverkaufsbeteiligung gesichert hatte.
Der Vorfall ereignete sich vor dem Play-off-Halbfinale gegen Middlesbrough. Ein Southampton-Funktionär wurde dabei erwischt, wie er das Training filmte und Fotos von Taktikplänen machte. Während der Einheit trug er Kopfhörer und übertrug Teile des Trainings per Videoanruf live. Die EFL hatte 2019 eine Regel eingeführt, die das Beobachten des Trainings eines anderen Vereins in den 72 Stunden vor einem Spiel verbietet. Southampton gewann das Spiel zwar mit 2:1 nach Verlängerung, doch der Sieg ist durch das Urteil wertlos.
Southampton hat gegen die Entscheidung Berufung eingelegt. Ein Schiedsgericht soll noch heute darüber entscheiden. Sollte das Urteil bestehen bleiben, wird der Verein nach Informationen von Sky nicht den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) anrufen. Anders als Manchester City, das 2020 erfolgreich vor dem CAS gegen eine Sperre der Europäischen Fußball-Union vorging, scheint Southampton diesen Schritt nicht zu gehen.



