Blamage beim Comeback von Lamine Yamal: Favorit Spanien hat die erste große WM-Überraschung hinnehmen müssen und ist mit einem 0:0 gegen Außenseiter Kap Verde ins Turnier gestolpert. Vor 67.640 Fans war der Europameister in Atlanta zwar überlegen, doch vor dem Tor fast komplett harmlos. Auch der lange verletzte und spät eingewechselte Jungstar Yamal traf nicht. Vor vier Jahren war Spanien noch mit einem 7:0 gegen Costa Rica in die WM gestartet.
Spaniens schwache WM-Bilanz
Spanien ging zwar als einer der großen Favoriten, aber eben auch mit einigen schwachen Statistiken ins erste Spiel. Seit dem Titel 2010 ist das Team nie über das Achtelfinale hinausgekommen. Noch schlimmer sieht die Eröffnungsbilanz aus: Von 16 Auftaktspielen bei einer Fußball-WM gewannen die Spanier nur fünf.
Torres an die Latte
Trainer Luis de la Fuente hatte vor dem Spiel vor Kap Verde gewarnt und von einem Kampf gesprochen. Den bekamen seine Spieler, die sich schwertaten, mutig und direkt den Weg zum Tor zu suchen. Stattdessen gab es ein Querpass-Festival, das selbst de la Fuente zu viel wurde. In der ersten Trinkpause, die in Atlanta bei geschlossenem Dach nur bedingt Sinn ergab, gestikulierte der 64-Jährige im Kreis seiner Spieler wild und fand deutliche Worte.
Zum Ende der ersten Halbzeit wurde es akut besser. Ferran Torres (39.) traf nach Pass von Marc Cucurella die Latte, den Abstauber von Mikel Oyarzabal hielt Vozinha stark. Der Torwart von Kap Verde war nun warm, vereitelte gleich noch die nächsten Hochkaräter von Torres (45.) und Aymeric Laporte (45.+2).
Fan-Party bei Yamal-Einwechslung
Spanien beherrschte das Mittelfeld, den Ball, bestimmte den Spielrhythmus - allein es fehlte offensiv der Mut. Den Fans war das zunächst egal. Sie untermalten die Ereignislosigkeit auf dem Rasen mit La Ola und feierten sich einfach selbst. Auch nach einer Stunde der spanischen Ratlosigkeit machte de la Fuente noch keine Anstalten zu wechseln.
Immer wieder wurde Cucurella auf der linken Seite mit hohen Bällen gesucht, doch das hatte Kap Verdes Abwehr irgendwann verstanden. Die Profis aus dem Land mit den zehn Inseln versuchten durchaus, gelegentliche Konter zu setzen. Doch letztlich fehlte einfach die Qualität gegen die spanische Abwehr.
Als sich Yamal in der zweiten Trinkpause das spanische Trikot anzog, war die Erleichterung auf den Rängen fast schon greifbar. Der Wunderknabe sollte es regeln. De la Fuente wirkte deutlich ruhiger im Spielerkreis, während Yamal letzte Anweisungen vor der Einwechslung erhielt - und großer Jubel ausbrach. Selbst jeder Ballkontakt von Yamal wurde zunächst laut gefeiert. Zum Sieg der Spanier reichte es aber trotzdem nicht.



