Spezialkräfte zurück: DFB-Elf erstmals seit 2014 im WM-Achtelfinale
Spezialkräfte zurück: DFB erstmals seit 2014 im Achtelfinale

Erstmals seit zwölf Jahren steht die deutsche Nationalmannschaft wieder in der K.-o.-Runde einer Fußball-Weltmeisterschaft. Nach dem 2:1-Sieg gegen die Elfenbeinküste am Samstag ist der Einzug ins Achtelfinale perfekt. Dabei weckt die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann Erinnerungen an den WM-Triumph von 2014 – vor allem durch die Rückkehr der sogenannten Spezialkräfte.

Was sind die Spezialkräfte?

Den Begriff „Spezialkräfte“ prägte Joachim Löw vor der WM 2014 in Brasilien. Er meinte damit Spieler, die eigentlich startberechtigt waren, aber bewusst auf der Bank saßen, um in entscheidenden Momenten eingewechselt zu werden. Mario Götze war so einer: Im Finale gegen Argentinien kam er in der 88. Minute und erzielte in der Verlängerung das Siegtor zum 1:0. Auch André Schürrle war als Joker erfolgreich.

Nun, zwölf Jahre später, scheint dieses Konzept wieder aufzuleben. Julian Nagelsmann setzt auf ähnliche Wechselstrategien. Im Spiel gegen die Elfenbeinküste wechselte er nach einer Stunde beim Stand von 0:1 gleich drei Spieler ein: Nadiem Amiri, Deniz Undav und einen weiteren. Nur sieben Minuten später flankte Amiri in den Strafraum, Undav traf per Fuß zum Ausgleich. Später erzielte Undav auch den Siegtreffer.

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Deniz Undav: Der Joker der Stunde

Deniz Undav ist in beiden WM-Spielen eingewechselt worden. Insgesamt stand er 56 Minuten auf dem Platz – und war an allen fünf deutschen Toren beteiligt. Zwei bereitete er vor, drei erzielte er selbst. Gegen Curaçao (7:1) war er zweimal Vorbereiter, gegen die Elfenbeinküste traf er doppelt. „Er ist ein Spieler, der immer gefährlich ist und eine unglaubliche Präsenz hat“, sagte Nagelsmann nach dem Spiel.

Die Statistik ist beeindruckend: In 56 Minuten fünf Torbeteiligungen – das ist eine Quote, die selbst etablierte Stürmer nicht erreichen. Undav selbst bleibt bescheiden: „Ich versuche einfach, der Mannschaft zu helfen, wenn ich reinkomme. Dass es so gut läuft, freut mich natürlich.“

Optimismus nach Sieg gegen starke Ivorer

Der 7:1-Erfolg gegen Curaçao war noch mit Vorsicht zu genießen, da der Gegner schwach war. Der Sieg gegen die Elfenbeinküste aber, einen Gegner von anderem Format, zeigt klare Fortschritte. Die Mannschaft überzeugt durch gute körperliche Verfassung, Teamgeist und Glauben an die eigene Stärke. Zudem bietet die Breite des Kaders Nagelsmann viele Optionen.

„Wir haben einen Kader, in dem jeder Spieler den Unterschied machen kann“, sagte Nagelsmann. „Das ist ein Luxus, den nicht viele Trainer haben.“ Die Frage, ob Undav nicht von Anfang an spielen müsse, beantwortete der Trainer diplomatisch: „Es ist schön, dass wir solche Joker haben. Aber die Startelf ist auch gut besetzt.“

Luxusproblem für Nagelsmann

Dass Nagelsmann nun entscheiden muss, ob Undav nicht eigentlich in die Startelf gehört, ist ein Luxusproblem. Der Stürmer vom VfB Stuttgart ist in Topform und könnte auch von Beginn an spielen. Doch die Rolle als Joker scheint ihm zu liegen – ähnlich wie Götze 2014. „Wir werden von Spiel zu Spiel entscheiden, was am besten ist“, so Nagelsmann.

Die deutsche Mannschaft hat sich nach dem frühen Aus bei der WM 2018 und 2022 zurückgemeldet. Erstmals seit 2014 steht sie wieder in der K.-o.-Runde. Der Weg ins Finale ist noch weit, aber die Spezialkräfte sind zurück – und das macht Hoffnung.

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